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Spittelbreitengasse 23

Fakten

Spittelbreitengasse 23

Spittelbreitengasse 23, 1120 Wien

Baujahr: 1954-1955

Wohnungen: 575

Weitere Adressen

Aichholzgasse 57, 1120 Wien

Ruckergasse 54-58, 1120 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Ende des 19. Jahrhunderts befand sich auf dem abschüssigen Areal ein großer städtischer Schlachthof, vornehmlich für Pferde. Es war eine zweireihige Anlage östlich der Ruckergasse. Jede Reihe bestand aus je fünf Schlachthäusern mit Ost-Westausrichtung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Schlachtungen nach St. Marx verlegt. Wegen der zunehmenden Motorisierung war wohl kein Bedarf mehr nach einem großen Pferdeschlachthof. Außerdem war der St. Marxer Schlachthof nach Kriegsschäden neu aufgebaut worden und entsprach den modernen Anforderungen. Schließlich wurden 1953 die Pferdeschlachthöfe abgerissen.

Die Architektur

Die zehn Gemeindebauten umfassende Anlage wurde in zwei Bauabschnitten in einfacher Zeilenbauweise errichtet. Die vier auf die Ruckergasse ausgerichteten Bauten gehören zum Bauteil 1, die sechs Gebäude an der Aichholzstraße zum Bauteil 2. In zwei Reihen und vier Zeilen folgten sie fast der ursprünglichen Anordnung der Schlachthausgebäude. Nur von der Spittelbreitengasse weg auf dem ansteigenden Gelände wurde die Baulinie etwas zurückversetzt, um nicht auf "Blutgrund" zu bauen. In die schmucklosen Fassaden sind die Fenster rahmenlos eingeschnitten. An den Süd- oder Ostseiten befinden sich Balkonachsen, an den Nord- oder Westseiten Stiegenaufgänge. Die vor die alten Stiegenaufgänge erst in den 1980er-Jahren eingebauten Aufzugstürme sind an der Nordseite der sechsgeschoßigen Gebäude risalitartig, stark kubisch, fast bis zum Dachfirst hochgezogen. Bei zwei Gebäuden sind als postmoderner Zusatz der 1980er-Jahre einzelne Aufzugstürme zuerst gerundet und dann sektorartig abgeschnitten. Die Baukörper werden durch Walmdächer abgeschlossen, in die abschnittweise Dachgeschoße integriert sind.

... und die Kunst

An den westlichen Schmalseiten der ersten drei Blöcke von der Spittelbreitengasse weg nach Süden, entlang der Aichholzstraße sind jeweils über dem Geschäftsbereich Mosaikbilder angebracht: "Spielende Kinder" von Hans Melcher, "Hochzeit" von Heribert Potuznik und "Lernende Kinder" von Johannes Wanke. An den ostseitigen Fassaden zur Ruckergasse hin befinden sich 4 große Mosaike der "Jahreszeiten" von Hilde Prinz, Ilse Pompe, Mutz Stanek und Susanne Peschke-Schmutzer.

Vor Stiege 15 ist eine Steinplastik "Schlächter mit Kalb" von Gabriele Waldert aufgestellt, um an die abgerissenen Schlachthöfe zu erinnern.

Der Name

Die Spittelbreitengasse hat ihren Namen wahrscheinlich deshalb bekommen, da es in der Gegend einmal einen ausgedehnten Spitalsbesitz gab.

Sanierung

von 1990 bis 1991

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1990 und 1991 erfolgte unter anderem auch der Lifteinbau. Die Kosten beliefen sich auf 484.728 Euro, davon konnten 290.837 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

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