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Darnautgasse 6

Fakten

Darnautgasse 6

Darnautgasse 6, 1120 Wien

Baujahr: 1941-1941

Wohnungen: 0

Architekt: Ernst Schreiber

Wohnen in Wien

1938 wurde der Nationalsozialist Hermann Neubacher aus dem Bauressort Wiener Bürgermeister. Die nationalsozialistischen Stadtplaner wälzten pompöse Ideen und Pläne - in erster Linie Propagandamaßnahmen. Die systematische Zerstörung jüdischen Eigentums und Enteignungen - auch von Gemeindewohnungen - waren Teil dieser Stadtplanung. Während einige Architekten ihre Lizenz verloren, wurden andere mit der Errichtung von Volkswohnhäusern, Kasernen und Rüstungsbauten beauftragt. Entgegen den anfänglichen Plänen wurde mehr in Kriegsbauten als in den Wohnbau investiert - die heute noch existierenden Flaktürme wurden errichtet. Ab 1941 wurde die Bautätigkeit kriegsbedingt größtenteils eingestellt und die Strukturen der Stadtplanung wurden aufgelöst. Die Zerstörung großer Teile Wiens war Folge des Krieges.

Geschichte

Um 1900 war das Gelände rund um die heutige Darnautgasse und das Grundstück neben der Pottendorfer Linie, wo sich heute die Wohnhausanlage befindet, noch frei und ungenützt. Einige Jahre später wurde die Draschegasse, zuerst als Verlängerung der Wienerbergstraße, hier angelegt. 1955 wurde die Draschegasse verlängert und in Darnautgasse umbenannt.

Die Architektur

Das Haus verfügt über einen rechteckigen Grundriss. Die einfache sechsachsige Straßenfassade ist durch ein Gurtgesims in ein hohes Untergeschoß und drei Obergeschoße horizontal unterteilt. Mittig befindet sich ein Portal mit Oberlichte. Es hat eine vertiefte steinerne Umrahmung mit leichter Hohlkehlung im Türbereich. Zwischen Oberlichte und Gurtgesims ist ein Supraportenrelief angebracht, das einen liegenden Dammhirsch zeigt. Über dem Relief verkröpft sich ein schmales Gesimsband und links und rechts von der Oberlichte sind in einem harmonischen Abstand zur Tür zwei kleine quadratische Fenster eingelassen. Über das Stiegenhaus und eine Tür an der Rückseite des Gebäudes gelangt man in einen kleinen trapezförmigen Hof. Die rückwärtige Fassade gliedert sich in fünf Achsen; über dem Tor verläuft die Fensterachse des Stiegenhauses.

... und die Kunst

Über dem Portal befindet sich ein Relief mit Hirschmotiv von unbekannter Hand.

Der Name

Die Darnautgasse wurde 1955 nach dem Landschaftsmaler Hugo Darnaut (1851-1937) benannt, davor hieß sie Draschegasse. Darnaut war ab 1877 Mitglied des Wiener Künstlerhauses, dem er von 1913 bis 1918 als Präsident vorstand. Ab 1876 lebte der Maler ständig in Wien, wo ihm 1930 das Bürgerrecht verliehen wurde. Nach dem Tod seines Freundes Emil Jakob Schindler mietete er 1893 Schloss Plankenberg bei Sieghartskirchen, wo er bis 1912 Schülerinnen und Schüler unterrichtete. Typisch für Darnaut sind stimmungsvolle Landschaftsbilder, wobei die Motive seiner Werke meist Landschaften von Ober- und Niederösterreich, Tirol und den Karpaten zum Vorbild haben.

Architekten

Ernst Schreiber - Ernst Schreiber (1897-1986) studierte von 1918 bis 1923 unter anderem bei Franz Krauß und Karl Holey an der Technischen Hochschule Wien. Eines seiner wenigen bekannten Bauwerke ist das 1941 errichtete Wohnhaus Darnautgasse 6 in Wien 12.

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