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Malfattigasse 7

Fakten

Malfattigasse 7

Malfattigasse 7, 1120 Wien

Baujahr: 1931-1932

Wohnungen: 50

Architekt: Stefan Fayans

Weitere Adressen

Oppelgasse 19, 1120 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Das Grundstück Malfattigasse 7/Oppelgasse 19 war zufolge der Wiener Generalstadtkarten aus den Jahren 1892, 1904, 1910 und 1929 vor Errichtung der bestehenden Wohnhausanlage unbebaut. Der heutige Bau von Stefan Fayans blieb im Zweiten Weltkrieg unbeschädigt und wurde in den späten 1980er-Jahren mit Aufzügen ausgestattet.

Die Architektur

Die lang gestreckte Wohnhausanlage Ecke Malfattigasse/Oppelgasse ist fünfgeschoßig und wird durch ein auffällig gestaltetes Torportal maßgeblich akzentuiert. Ein durchlaufendes Sohlbankgesims im 1.Stock trennt die Erdgeschoßzone von den restlichen Etagen, ein schmales, dunkel gehaltenes Kranzgesims schließt den Bau nach oben hin ab. Die Fassade wird durch die Anordnung unterschiedlich großer Fenster gegliedert, die sämtlich mit profilierten grauen Putzrahmungen versehen sind. Die kleinen, hoch gelegenen Nassraumfenster zweier benachbarter Wohnungen werden jeweils durch zwei parallele Gesimse zu Einheiten zusammengefasst.

Der Name

Die Straße heißt seit 1888 Malfattigasse. Sie ist nach dem Arzt Dr. Johann Malfatti Edler von Montereggio (1775-1859) benannt, der 1837 die "Gesellschaft der Ärzte in Wien" gegründet hatte.

Sanierung

von 2006 bis 2008

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2006 bis 2008 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde das Haus an die Fernwärme Wien angeschlossen. Mit dem Einbau der Aufzüge wurde bereits 1989 begonnen. Die Kosten für die Sanierung betrugen 1.365.506 Euro, davon konnten 1.248.839 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Stefan Fayans - Stefan Fayans (15.6.1879, Warschau - 1942, Ghetto von Minsk) studierte 1897-1902 an der Akademie für Civilarchitekten St. Petersburg und promovierte 1904 an der Technischen Hochschule Wien bei Carl König. 1907 gründete er eine Bürogemeinschaft mit Fritz Brettschneider und war ab 1910 als selbstständiger Architekt tätig. Zu seinen Werken zählen u. a. die Arbeiterkolonie der Österr. Zuckerindustrie AG in Bruck an der Leitha (1909-1910) und das Dorotheum Währinger Straße (1909-1910) - beide mit Fritz Brettschneider, die Innenraumgestaltungen des Cafè Herrenhof (1914, zerstört), des Parkhotels Schönbrunn (1929) sowie des Kursalons im Wiener Stadtpark (1930). Für die Gemeinde Wien errichtete er das Wohnhaus Malfattigasse 7 in Wien 12 (1931-1932).

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