Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Wolfganggasse 54

Fakten

Wolfganggasse 54

Wolfganggasse 54, 1120 Wien

Baujahr: 1930-1931

Wohnungen: 33

Architekt: Rudolf Karl Peschel

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Das Areal war zufolge der Wiener Generalstadtkarten aus den Jahren 1892, 1904, 1910 und 1929 vor Errichtung der bestehenden Wohnhausanlage unbebaut - die Baubewilligung erfolgte erst 1930. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Nachbargebäude einen Bomben-Volltreffer und auch das Wohnhaus Wolfganggasse 54 erlitt im Bereich der 2. Stiege einen Bombenschaden, der jedoch 1948/49 behoben werden konnte. In den 1980er-Jahren erfolgte der Einbau der Aufzüge.

Die Architektur

Die fünfgeschoßige Wohnhausanlage in der Wolfganggasse ist als Doppeltrakt ausgeführt und verfügt über einen Hofdurchgang in der Mittelachse. Ein harmonischer Anschluss an das geländebedingt höhere Nachbargebäude Wolfganggasse 56 wird mittels eines eingeschoßigen Dachaufbaus über den beiden äußersten Fensterachsen erzielt. Die Fenster aller Etagen sind mit einer Putzumrahmung versehen und werden jeweils durch zwei horizontale, parallel laufende Putzgesimsbänder zusammengefasst. Eine zusätzliche Gliederung erfährt der Bau durch die beinahe filigran erscheinenden Gitterbalkone an der Straßenfront. Im Gegensatz dazu ist die Hoffassade sehr einfach gestaltet, die Rhythmisierung wird allein durch die vorspringenden gemauerten Aufzugsschächte, die über Okuli in den Giebelfeldern verfügen, erlangt.

Der Name

Die Wolfganggasse trägt seit 1875 ihren Namen. Sie wurde nach Wolfgang Treu (gestorben 1540), einem ehemaligen Bürgermeister von Wien (1528-1530, 1532-1533, 1536-1537), benannt.

Sanierung

von 1987 bis 2009

Der Einbau der Aufzüge erfolgte im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1987/88. Von 2006 bis 2009 wurde in der Wohnhausanlage eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde das Haus an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Gesamtkosten betrugen 1.185.199 Euro, davon konnten 892.935 Euro über Förderungen abgedeckt werden.

Architekten

Rudolf Karl Peschel - Rudolf Karl Peschel (21.12.1876, Wien - 9.9.1962, Pressbaum) studierte Maschinenbau und Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Wien und besuchte die Bautechnische Abteilung an der Höheren Gewerbeschule. Nur zwei Bauten sind von ihm dokumentiert - das Mietshaus Wohllebengasse 16 im 4. Bezirk von 1912 und die Wohnhausanlage der Gemeinde Wien in der Wolfganggasse 54 aus den Jahren 1930-1931.

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+