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Franz-Haas-Hof

Fakten

Franz-Haas-Hof

Simmeringer Hauptstraße 30-32, 1110 Wien

Baujahr: 1991-1993

Wohnungen: 158

Architekt: Georg M. Feferle, Eva Weil, Helmut Stumvoll

Weitere Adressen

Am Kanal 29, 1110 Wien

Wohnen in Wien

In den 1990er-Jahren konzentrierte sich die Stadt Wien neben geförderten Sanierungen hauptsächlich darauf, die Stadt im Nordosten und Süden zu erweitern (21.000 Wohnungen in vier Jahren). In enger Zusammenarbeit mit der Stadtplanung wurden großflächig Siedlungsgebiete erschlossen, so zum Beispiel der Leberberg in Simmering. Die Gemeindebauten, die nun für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich sind, passen sich den modernen Bevölkerungsstrukturen an, indem sie flexible Wohnungen auch für Alleinerziehende, ältere Menschen und Alleinstehende bieten. Zudem sparen sie durch eine nachhaltige Bauweise Betriebskosten und Energie.

Geschichte

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Simmering ein kleines Dorf. Erst zu Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte es sich durch den Zuzug großer Unternehmen, denen es im Stadtgebiet zu eng wurde, zu einem Industrie- und Arbeitervorort. Ein wichtiger Schritt in dieser Entwicklung waren die um 1860 im Bereich der Simmeringer Hauptstraße 1 - 3 errichteten Rinnböckhäuser. Die heute noch zum Teil erhaltenen Häuser waren damals die zweitgrößte Wohnhausanlage Wiens und rückten Simmering ein Stück näher an die Stadt. An der Anschrift Simmeringer Hauptstraße 32 befand sich im 19. Jahrhundert die Pferdebahnremise, für deren Arbeiter in den 1870er-Jahren auf dem Gelände auch Wohnhäuser errichtet wurden. Ab Beginn des 20. Jahrhunderts war auf dem um die Nummer 30 erweiterten Areal das Bierdepot des Brauhauses der Stadt Wien eingerichtet, das bis 1959 in Rannersdorf bei Schwechat betrieben wurde.

Die Architektur

Die acht Stiegenhäuser umfassende Wohnhausanlage erstreckt sich auf dem ansteigenden Grundstück zwischen Simmeringer Hauptstraße und der Straße "Am Kanal". Zur Simmeringer Hauptstraße zeigt der Bau eine geschlossene, kompakte Front. Das Erdgeschoß ist als Geschäftszone ausgebildet, die mit einer weit vorkragenden Glasverdachung versehen ist. Gegliedert wird die Straßenseite durch die beiden leicht hinter die Fassadenflucht zurück versetzten Stiegenhausachsen, in die vertikal ausgerichtete Fensterpaare eingesetzt sind. Sie werden durch je eine Dreiergruppe von Fenstern überhöht, die in das aus schlichten Rundpfeilern und einem mächtigen Gebälk bestehende Attikageschoß eingebunden sind. Dahinter ragen hoch die für die Aufzüge notwendigen Aufbauten auf. Die glatten Wandfelder werden durch Achsen unterschiedlich großer Fenster strukturiert, die zum Teil in Gruppen angeordnet sind. Städtebaulich besonders markant ist die gerundete Ecklösung gestaltet, über der ein zweigeschoßiger Rundpavillon hochragt, der tempelartig von den Rundsäulen der Attika umschlossen wird. Im Innenhof wird das Flachdach des weit vorgezogenen Erdgeschoßes als begrünte Terrasse genutzt. Zahlreiche verglaste Loggienachsen und vorspringende Risalite beleben die an sich schlichten Hoffronten. Zwei tonnenverdachte, hohe Gebäudeblöcke schließen den Innenhof rückwärtig ab. Zwischen ihnen ist eine steile Treppenanlage eingelassen, die zum höher gelegenen zweiten Innenhof führt. Durch die unterschiedlich hohen Bauteile mit verschiedenen Verdachungen entsteht zusammen mit den zahlreichen Ausbauten eine sehr lebhafte, variationsreiche Dachlandschaft.

Der Name

Die Wohnhausanlage wurde 2008 nach Franz Haas (1937-2008) benannt. Der gelernte Schneider arbeitete zunächst in der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse und später lange Zeit als leitender Sekretär der Wiener SPÖ, bevor er 1981 als Gemeinderat angelobt wurde. Von 1989 bis 2001 war Franz Haas Bezirksvorsteher von Simmering. Unter seiner Amtsführung erfolgte unter anderem die Verlängerung der U3 bis nach Simmering und die Neugestaltung der Simmeringer Hauptstraße.

Architekten

Georg M. Feferle - Georg M. Feferle (geb. 1950) studierte von 1970 bis 1978 Architektur an der Technischen Universität Wien. Nach mehreren Praxisjahren in Deutschland und Österreich machte er sich 1984 als Architekt in Wien selbständig. Sein Aufgabenbereich umfasst den sozialen Wohnungsbau, Stadtplanung und Gestaltung sowie die Sanierung historischer Bausubstanz. Neben mehreren Wohnhäusern gehören unter anderem die Umbauten und Sanierungen der Sonderkrankenanstalt Baden (1986-1989) und des Institutsgebäudes für Psychologie in Wien 1 (Liebiggasse 5, 2001-2004) zu seinen wichtigsten Werken. Seit 2004 erfolgt der Umbau und die Erweiterung des Konrad-Lorenz-Instituts in Wien 16 nach seinen Plänen.

Eva Weil - Eva Weil (geb. 28.7.1940) studierte von 1958 bis 1967 an der Technischen Hochschule Wien unter anderem bei Karl Schwanzer und Erich Boltenstern. Nach Abschluss ihres Studiums war sie zunächst bei Hubert Prachensky in Innsbruck und später in den Büros von Eugen Wörle und Sepp Stein in Wien beschäftigt. Seit 1984 führt sie zusammen mit ihrer Schwester Christine Ohrenberger ein eigenes Architekturbüro. Weil plante unter anderem für die Gemeinde Wien den Max-Böhm-Hof in Wien 8 (Tigergasse 22, 1986-1988) und das Wohnhaus Zirkusgasse 22 in Wien 2 (1985-1987). Gemeinsam mit Helmut Stumvoll und Georg M. Feferle entwarf sie die 1991-1993 errichtete Wohnhausanlage Simmeringer Hauptstraße 30-32 in Wien 11.

Helmut Stumvoll - Helmut Stumvoll (geb. 1954) studierte bis 1982 an der Technischen Universität Wien. Unter anderem entwarf er gemeinsam mit Eva Weil und Georg F. Federle den Franz-Haas-Hof in Wien 11, Simmeringer Hauptstraße 30-32 (1991-1993).

Freie Lokale

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