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Wilhelm-Otto-Straße 1

Fakten

Wilhelm-Otto-Straße 1

Wilhelm-Otto-Straße 1, 1110 Wien

Baujahr: 1978-1980

Wohnungen: 28

Architekt: Bertwin Pichler, Bernhard Lindner

Weitere Adressen

Fuchsröhrenstraße 32, 1110 Wien

Wohnen in Wien

Zwischen 1978 und 1981 wurde zur Wohnungsverbesserung in Wien insgesamt ein Darlehensvolumen für über 48.000 Wohnungen zugesichert. 39 Wohnanlagen wurden fertig saniert, an weiteren 86 mit einem Kostenaufwand von 52 Mio. Euro gearbeitet. Zusätzlich wurden über 6.000 neue Wohnungen fertig gestellt. Die Architektur wandelte sich - dank des technischen Fortschritts in der Plattenbauweise - vom Zeilenbau hin zu flexibler gestalteten Anlagen mit individuellem Charakter und mieterfreundlichen Grundrissen. Gleichzeitig verstärkte sich das Mietermitspracherecht und serviceorientierte Wohnungsberatungszentren wurden etabliert.

Geschichte

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Simmering ein kleines Dorf, dessen Kern im Bereich der Laurenzkirche lag. Erst zu Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Simmering durch den Zuzug großer Unternehmen, denen es im Stadtgebiet zu eng wurde, zu einem Industrie- und Arbeitervorort. Ein wichtiger Schritt in dieser Entwicklung waren die im Bereich der Simmeringer Haupstraße 1-3 errichteten Rinnböckhäuser. Die heute noch zum Teil erhaltenen Häuser waren damals die zweitgrößte Wohnhausanlage Wiens und rückten Simmering ein Stück näher an die Stadt. 1892 wurden Simmering und Kaiserebersdorf sowie kleine Teile von Kledering, Schwechat und Albern als 11. Bezirk nach Wien eingemeindet. In der Folge wurden auch die Seitengassen der Rinnböckstraße angelegt und mit großteils späthistoristischen Miethäusern verbaut. An der Stelle der Wohnhausanlage stand bis 1976 ein 1904 errichtetes, dreistöckiges Mietshaus des überaus erfolgreichen Architekten Rudolf Goebel.

Die Architektur

Die sechs Geschoße umfassende Wohnhausanlage liegt an der Ecke Wilhelm-Otto-Straße/Fuchsröhrenstraße. Die Schmalseite an der Wilhelm-Otto-Straße wird durch einen massiven, kantig vortretenden Erker dominiert, der vom zweiten bis zum vierten Obergeschoß reicht und dem obersten Stockwerk als Balkon dient. Großzügig über Eck geführte Fenster brechen den Erker zur Straße hin auf. Rechts vom Erker strukturieren zwei Fensterachsen die glatte Fassade, während links davon eine markante, leere Wandfläche stehen bleibt. Die Fenster sind ohne Rahmen scharf in die Fassade eingeschnitten, setzen jedoch durch ihre blaue Gestaltung kräftige, farbliche Akzente. An der Front zur Fuchsröhrenstraße treten zwei Erker massiv vor. Zwischen den Erkern findet eine Fensterachse Platz, außerhalb je zwei, die gleichmäßig verteilt in die Fassade eingeschnitten sind. Im Erdgeschoß sind links zwei Garagenzufahrten eingeschnitten. Rechts befindet sich tief in das Gebäude hineinversetzt, der Zugang zum Stiegenhaus. Das flache, dezente Dachgesims unterstreicht die betont schlicht gehaltene Gestaltung des Gebäudes.

Der Name

Benannt wurde die Gasse nach Wilhelm Otto (1832-1892), dem kommerziellen Leiter der Simmeringer Waggonfabrik und Mitglied des Simmeringer Gemeindeausschusses. Dort stellte er 1873 den Antrag auf Errichtung eines Marktes in Simmering, der am 01.07.1874 am heutigen Enkplatz (früher Marktplatz) eröffnet wurde.

Sanierung

von 2001 bis 2001

In der Wohnhausanlage wurden 2001 Fenster und Türen erneuert.

Architekten

Bertwin Pichler - Bertwin Pichler (geb. 1941) studierte von 1961 bis 1967 Architektur an der Technischen Hochschule Wien unter anderem bei Karl Schwanzer. Seit dem Ablegen seiner Ziviltechniker-Prüfung 1972 arbeitet er als selbständiger Architekt in Wien. Der Schwerpunkt von Pichlers Schaffen liegt im privaten Wohnbau und im Verwaltungsbau. Ein besonderes Anliegen ist ihm dabei das naturverbundene Bauen mit Holz. Mehrere seiner Wohnhausentwürfe aus Holz wurden in Klosterneuburg Am Mühlberg realisiert.

Bernhard Lindner - Bernhard Lindner (geb. 1943) studierte bis 1969 an der Technischen Hochschule Wien unter anderem bei Karl Schwanzer und Erich Boltenstein. Nach dem Studium war er vorübergehend in den Büros von Viktor Gruen, Georg Lippert und Kurt Hlaweniczka beschäftig. Als selbständiger Architekt widmete er sich ab 1975 den unterschiedlichsten Planungsaufgaben. Lindner war unter anderem stadtplanerisch beim Projekt zur Assanierung Ottakrings beteiligt und entwarf (gemeinsam mit den Architekten Kastner und Pruscha) die Volksschule und Sanitätsstation Gerhardusgasse in Wien 20. Sein wohl prestigeträchtigstes Werk ist die Sanierung samt Dachausbau des Palais Erzherzog Ludwig Viktor (Schwarzenbergplatz 1).

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