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Pantucekgasse 9-11

Fakten

Pantucekgasse 9-11

Pantucekgasse 9-11, 1110 Wien

Baujahr: 1972-1973

Wohnungen: 470

Weitere Adressen

Trepulkagasse 4-6, 1110 Wien

Roschegasse 5-7, 1110 Wien

Miltnerweg 9-13, 1110 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die Wohnhausanlage Pantucekgasse 9 - 11 ist der vierte der vier Bauteile der Plattenbausiedlung "Thürnlhofstraße". Die gesamte Anlage wurde innerhalb von fünf Jahren auf vormals landwirtschaftlich genutzten Flächen errichtet und schafft Wohnraum für ca. 6.800 Einwohner.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage zählt zur zweiten Generation der Wiener Plattenbausiedlungen. Bedingt durch die stärker werdende Kritik an der freistehenden Zeilenbebauung der ersten Generation wurde nunmehr versucht, an das traditionelle Wiener Modell der Hofbebauung anzuschließen, und daher schloss man die orthogonal stehenden Scheibenbauten zu einer hofbildenden Bebauung zusammen. Darüber hinaus zeichnet sich die zweite Phase des Wiener Plattenbaus durch die Abkehr von den ausschließlich vier- und neungeschoßigen Wohnbauten aus. Davon versprach man sich mehr Variabilität.

Die Siedlung besteht aus insgesamt 14 turmähnlichen Häusern, die zu fünf Gebäudegruppen zusammengefasst sind, und unterscheidet sich daher augenscheinlich von der Bebauungsform der in den Jahren davor errichteten Wiener Plattenbauten. Es wurden vier verschiedene Haustypen verwendet, die auch bereits beim zweiten (Thürnlhofstraße 20 - 24) bzw. beim dritten Bauteil (Pantucekgasse 33) zur Ausführung gelangten. Gemein haben alle vier Haustypen die zentrale Erschließung sowie die radiale Anordnung von vier Wohnungen je Geschoß. Jede Wohnung der sechs- bis elfgeschoßigen Wohnhäuser verfügt über eine Loggia. Durch die Vorlagerung der Loggien vor die Wohnungen enstanden Risalite, die zusätzlich zur turmartigen Bebauung die Vertikalisierung des Gebäudes unterstützen. Sowohl die Seitenwände als auch die Brüstungen der Loggien bestehen aus vorgefertigten Betonplatten, die mit einer Waschbetonoberfläche versehen sind. Die Wohngebäude sind allesamt unterkellert, wobei der Keller ein halbes Geschoß aus dem Terrain ragt, was wiederum die - auch farblich abgesetzte - Sockelzone bildet. An den Gebäuden der Wohnhausanlage wurde noch keine thermische Sanierung durchgeführt, daher sind die für die Fertigteilbauweise typische Fassadenrasterung sowie die verwendeten Fassadenmaterialien sichtbar.

... und die Kunst

Im Bereich der Stiegen 3 und 4 steht die Natursteinplastik "Rat der Alten" von Franz Xaver Hauser. Ebenfalls innerhalb des Siedlungsareals an der Pantucekgasse befindet sich eine Schule, deren Fassade von Peter Holowka mit dem Titel "Abstraktion" künstlerisch gestaltet wurde.

Der Name

Die Wohnhausanlage trägt den Namen der im Osten angrenzenden Straße. Im Jahr 1971 wurde die Straße nach dem früheren Bezirksvorsteher Simmerings, Eduard Pantucek (1887 - 1961), benannt. Pantucek übte dieses Amt ab 1921 aus, in seiner Amtszeit wuchs Simmering durch die Errichtung zahlreicher sozialer Einrichtungen und Wohnhausanlagen zur Arbeiterhochburg heran. 1934 wurde er von den Faschisten gewaltsam seines Amtes enthoben. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er für wenige Monate in das Amt zurück.

Sanierung

von 1998 bis 1999

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1998 und 1999 teilweise saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

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