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Neilreichgasse 56

Fakten

Neilreichgasse 56

Neilreichgasse 56, 1100 Wien

Baujahr: 1961-1962

Wohnungen: 92

Architekt: Walter Muchar, Kurt Nehrer

Weitere Adressen

Friesenplatz 10, 1100 Wien

Inzersdorfer Straße 91, 1100 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Nach dem Ersten Weltkrieg gab es im 10. Bezirk noch Grundstücksreserven an der Triester Straße, am Ostabschnitt der Quellenstraße, an der Troststraße, am Wienerberg und an den Abhängen des Laaer Berges. Etwa 13 Prozent der Gebäude, die von der Gemeinde Wien zwischen 1923 und 1934 errichtet wurden, liegen in Favoriten.

Ab Mitte der 1950er-Jahre wurde das Gebiet um den Friesenplatz mit Wohnhäusern verbaut. Der Komplex Neilreichgasse wurde als dreiflügelige Anlage um einen großzügigen, begrünten Innenhof errichtet.

Die Architektur

An der Neilreichgasse entstand in den Jahren 1961/62 eine Wohnhausanlage in dreiseitiger Blockrandverbauung um einen rechteckigen Innenhof. Eine offene Durchfahrt stellt die Verbindung zwischen Friesenplatz und Inzersdorfer Straße her. Die auf ansteigendem Gelände errichteten, fünf- bis sechsgeschoßigen Gebäude sind mit Walmdächern ausgestattet, welche aufgrund der Lage eine stufenartige Dachlandschaft bilden. Straßenseitig lockern erkerartig vortretende Bauteile in der Neilreichgasse und in der Inzersdorfer Straße die strenge, glatt verputzte Fassade auf; sie werden durch horizontale Farbzonen betont. Eine rhythmische Fensterverteilung sowie der Wechsel von zeittypischen französischen Fenstern und vertikalen Balkonreihen bestimmen die Fassadengliederung. An den Tordurchfahrten sind die Rechteckportale mit einer dekorativen Rahmung versehen. Bunte Mosaikziegel zeigen abstrakte geometrische Formen. Der Zugang zu den einzelnen Stiegen erfolgt von der Hofseite aus. Im begrünten Innenhof befinden sich ein Spielplatz sowie ein eingeschoßiger Bau, der als Garage genutzt wird.

... und die Kunst

Unbezeichnete Mosaike in abstrakten Formen aus farbig glasierten Ziegeln rund um die äußeren Tordurchfahrten.

Der Name

Die Neilreichgasse wurde 1875 nach dem Botaniker August Neilreich (1803-1871) benannt, der vor allem die Pflanzenwelt von Wien und Niederösterreich erforscht hat.

Der Friesenplatz erhielt seinen Namen 1897 von Friedrich Friesen (1785-1814), Mitgründer der deutschen Turnerbewegung. Friesen fiel in den Napoleonischen Kriegen im Jahr 1814.

Sanierung

von 1999 bis 1999

Bereits 1987/88 wurde die Wohnhausanlage mit Schallschutzfenstern ausgestattet. Die Kosten dafür betrugen 159.299 Euro, davon konnten 144.644 Euro durch Förderungen gedeckt werden. Das Dach wurde 1999 instand gesetzt.

Architekten

Walter Muchar - Walter Muchar (1918-2005) studierte ab 1942 bei Alexander Popp an der Akademie der bildenden Künste Wien. Nach seinen Plänen wurden von den 1950er- bis in die 1980er-Jahre mehrere Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien errichtet, wie etwa die Wohnhäuser Erdbergstraße 36 in Wien 3 (1977-1979) und Kaiser-Ebersdorfer Straße 12-18 in Wien 11 (1979-1981).

Kurt Nehrer - Kurt Nehrer (1910-1965) studierte an der Technischen Hochschule Wien, wo er die Meisterschule von Siegfried Theiß besuchte, in dessen Büro er auch vorübergehend beschäftigt war. Nach seiner Promotion 1935 war er vor allem mit der Einrichtung von Spitälern, Lazaretten und Ordinationsräumen beschäftigt. Während des Zweiten Weltkrieges plante er neben Lazarettbauten auch mehrere Fliegerhorste. Nach 1945 etablierte er sich als Privat- und Industriearchitekt.

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