Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Patrubangasse 9

Fakten

Patrubangasse 9

Patrubangasse 9, 1100 Wien

Baujahr: 1960-1963

Wohnungen: 118

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Im Jahr 1958 wurde ein Ideenwettbewerb für den bislang unbebauten Eisenstadtplatz, einem Gebiet südlich des Amalienbades in der Nähe der Favoritenstraße, ausgeschrieben. Sechs Architekten bzw. Arbeitsgemeinschaften präsentierten ihre Vorschläge zur Gestaltung des Platzes. Die Realisierung des Eisenstadtplatzes wurde nach skandinavischem Vorbild zwischen 1958 und 1963 geplant und ausgeführt. Sie besteht aus mehreren Straßen und umfasst etliche in Grünflächen gestreute Baublöcke in paralleler Ausrichtung. Die Bebauung bot Platz für eine moderne, städtebauliche Lösung und entspricht im Wesentlichen den charakteristischen Architekturmustern der Zeit Roland Rainers als Stadtplaner. Das Konzept mit vier- und neungeschoßigen, frei stehenden Blöcken und integrierten Einrichtungen wie Geschäften, Kindergärten und Schulen sowie einem Wohnhochhaus als Mittelpunkt versteht die weitläufige Anlage auch als Grünraum für die umliegenden, dicht bebauten Gebiete, der für zahlreiche Aktivitäten von Groß und Klein zur Verfügung steht.

Die Architektur

Südlich der städtischen Wohnhausanlage Eisenstadtplatz 4-8 erstreckt sich die lang gezogene, fünf Stiegen umfassende Anlage mit Flachdach inmitten einer weitläufigen Grünfläche und beendet damit die Serie paralleler Blockausrichtungen als neungeschoßiger Komplex. Die einzelnen, farblich unterschiedlich gestalteten Gebäudetrakte sind im Norden dem Bau erkerähnlich vorgelagert und verfügen im Erdgeschoß über Durchgänge zu den einzelnen Stiegen sowie den dort befindlichen Lokalitäten. Westseitig fällt vor allem der blockhaft anmutende Bau mit einzelnen vertikalen Fensterreihen auf, dessen eher kleine Öffnungen an der Stirnseite dem Schallschutz Rechnung tragen. Durchgehende Loggiengruppen dominieren die nach Süden ausgerichtete Hoffront, während transparent gehaltene Stiegenhauskerne der nordseitigen Fassade ein lebendiges und symmetrisches Aussehen verleihen. Ostseitig befinden sich vor den Wohnräumen kleine Loggien, welche die umliegenden Grünflächen vertikal widerspiegeln.

Der Name

Die seit 1899 unter diesem Namen bekannte Patrubangasse (zuvor Steinackergasse) wurde nach Dr. Franz von Patruban (1849-1897), Notar und Obmann des Favoritner Ortsschulrates, benannt, der sich für den Aufbau Favoritens engagierte.

Sanierung

von 2000 bis 2001

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2000 und 2001 saniert. Neben der Instandsetzung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 1.341.000 Euro, davon konnten 357.543 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+