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Eisenstadtplatz 4-8

Fakten

Eisenstadtplatz 4-8

Eisenstadtplatz 4-8, 1100 Wien

Baujahr: 1960-1963

Wohnungen: 173

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Im Jahr 1958 wurde ein Ideenwettbewerb für den bislang unbebauten Eisenstadtplatz, einem Gebiet südlich des Amalienbades in der Nähe der Favoritenstraße, ausgeschrieben. Sechs Architekten bzw. Arbeitsgemeinschaften präsentierten ihre Vorschläge zur Gestaltung des Platzes. Gewonnen hat das Projekt der Architekten Siegfried Theiss und Hans Jaksch, den zweiten Preis erhielt das Projekt Wilhelm Hubatsch und anstelle eines dritten Preises wurden zwei Ankäufe getätigt. Bereits 1927 hatte die Stadt Wien unter anderem Siegfried Theiss und Hans Jaksch, Viktor Mittag, Karl Hauschka und Rudolf Perco zu städtebaulichen Gutachten eingeladen, die entsprechend den Vorstellungen im Volkswohnbau mehr oder weniger monumentale Überbauungen vorlegten. Die Realisierung des Eisenstadtplatzes wurde nach skandinavischem Vorbild zwischen 1958 und 1963 geplant und ausgeführt. Das Areal umfasst mehrere Straßen und in Grünflächen gestreute Baublöcke in paralleler Ausrichtung. Die Bebauung bot Platz für eine moderne, städtebauliche Lösung und entspricht im Wesentlichen den charakteristischen Bebauungsmustern der Zeit Roland Rainers als Stadtplaner.

Die Architektur

Die heute unter Denkmalschutz stehende Wohnhausanlage am Eisenstadtplatz umfasst 15 Stiegen und liegt mit fünf nach Süden orientierten Blöcken in paralleler Anordnung inmitten einer weitläufigen Grünfläche. Die frei stehenden, lang gezogenen Gebäudetrakte sind viergeschoßig und werden nach oben durch ein Flachdach abgeschlossen. Während die jeweiligen Stirnseiten einfärbig gehalten sind, weisen die nach Norden und Süden gerichteten Fassaden charakteristische, durch Fensterbänder miteinander verbundene Fensteröffnungen in unterschiedlicher Farbgebung auf, die allerdings mit den Jahren schon etwas verblasst ist. Die transparent gestalteten Stiegenhäuser sind risalitähnlich vor die Gebäude gesetzt. Die südlich orientierten Loggiengruppen beleben die Fassade und verleihen ihr ein symmetrisches Aussehen. Insgesamt entsteht durch den Einsatz von horizontalen und vertikalen Farbakzenten ein überaus moderner Bau, der durch die Flachdächer und rechteckigen Grundrisse seine charakteristische Eigenart gewinnt.

Der Name

Der Eisenstadtplatz wurde im Jahr 1914 nach der Hauptstadt des Burgenlandes, Eisenstadt, benannt.

Sanierung

von 1998 bis 2000

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1998 bis 2000 saniert. Neben der Instandsetzung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen.

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