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Dieselgasse 11-17

Fakten

Dieselgasse 11-17

Dieselgasse 11-17, 1100 Wien

Baujahr: 1959-1960

Wohnungen: 256

Weitere Adressen

Herzgasse 103-109, 1100 Wien

Migerkastraße 8, 1100 Wien

Van-der-Nüll-Gasse 100-110, 1100 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Auf dem 1959 mit einer Wohnhausanlage verbauten Gelände befand sich ehemals ein Fußballplatz. Zwischen 1902 und 1934 war dort die Heimstätte der Mannschaft des Sport-Club Rudolfshügel. Nach der Auflösung des Vereines wurde das Areal um 1940 mit Holzbaracken bebaut, die zur Lagerung von Obst und Gemüse dienten. Bis 1955 befand sich in fünf Lagerhallen die so genannte BAST, die Bezirksabgabestelle für Obst und Gemüse.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage Herzgasse - Dieselgasse - Van-der-Nüll-Gasse - Migerkastraße besteht aus vier jeweils siebengeschoßigen Gebäuden mit Satteldächern und wurde auf einer großen Parzelle auf ansteigendem Terrain errichtet. Die annähernd gleich großen, blockartigen Bauten sind dabei in leicht nach hinten versetzter Randverbauung angeordnet. Dies schafft Raum für Vorgärten und weite Einblicke in den parkartigen Innenhof. Die Zugänge zu den einzelnen Wohnhäusern sind straßenseitig platziert, die Loggien an der Gartenseite. An den gleichförmig gestalteten Häusern tritt die Eingangsachse entlang der gesamten Vertikalen leicht zurück und lässt an der Fassade das dahinter liegende Stiegenhaus erkennen. Diese Achsen sind so wie die beiden obersten Geschoße farblich abgesetzt, wobei die Farben Ziegelrot und Blau an den Häusern alternieren. Horizontale Fensterbänder, Farbgebung und die eingezogenen Eingangsachsen bilden die eigentliche Fassadengliederung. An der Ecke Van-der-Nüll-Gasse/Migerkastraße befindet sich eine Apotheke mit einem eingeschoßigen, kubisch vortretenden Bauteil. Der parkartige, abwechslungsreich bepflanzte Innenhof ist Teil des Gesamtkonzeptes, zu dem auch das 1969 als mobiler Pavillonbau gestaltete Kindertagsheim an der Migerkastraße gehört.

... und die Kunst

An der Durchgangsachse Herzgasse - Van-der-Nüll-Gasse, gegenüber dem Areal des Tagesheimes, ist eine Tierplastik naturalistisch in der Rasenfläche positioniert. Sie stellt einen Pfau mit geschlossenen Schwanzfedern dar. Die Arbeit aus bemalter Bronze (1959¬-61) ist das Werk von Luise Wolf.

Der Name

Die Dieselgasse wurde 1930 nach Rudolf Diesel (1858-1913), dem Erfinder des Dieselmotors, benannt.
Die Herzgasse (vorher: Gerstlergasse) wurde 1874 nach Dr. Rudolf Herz (1813-1873) benannt, einem Arzt und Wohltäter. Herz war Mitglied des Bezirksausschusses im 5. Wiener Gemeindebezirk.
Die Migerkastraße wurde 1932 nach Dr. Franz Migerka (1828-1915) benannt, dem Mitbegründer des Volksbildungswerkes.
Die Van-der-Nüll-Gasse (ein Teil bis 1894 Wienerfeldgasse) wurde 1875 nach dem Wiener Architekten Eduard van der Nüll (1812-1868) benannt. Er lehrte ab 1843 an der Wiener Akademie und arbeitete gemeinsam mit seinem Berufspartner August Sicard von Sicardsburg (1818-1868) in einer Ateliergemeinschaft. Als Lehrer und als Baukünstler errangen van der Nüll und Sicardsburg die unbestritten führende Stellung unter den österreichischen Architekten der Spätromantik. Hauptwerk der beiden war der Bau der Wiener Oper an der Ringstraße (1861-1869), der für Eduard van der Nüll zum Schicksal wurde. Kurz vor der Fertigstellung beging er wegen anhaltender Kritik Selbstmord.

Sanierung

von 1987 bis 2004

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2002 bis 2004 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Zudem wurde ein neuer Spielplatz errichtet. Der Anschluss an das Fernwärmenetz erfolgte bereits im Zuge von 1987 bis 1990 durchgeführten Sanierungsmaßnahmen. Die Kosten beliefen sich auf 2.142.013 Euro, davon konnten 864.277 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

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