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Eschenallee 1-9

Fakten

Eschenallee 1-9

Eschenallee 1-9, 1100 Wien

Baujahr: 1929-1929

Wohnungen: 112

Architekt: Karl Alois Krist

Weitere Adressen

Triester Straße 58, 1100 Wien

Wienerbergstraße 4, 1100 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

An der wichtigen Ausfallstraße nach Süden, in Verlängerung der Kärntner Straße, befand sich auf der Höhe des Wienerberges bis 1868 auch die Richtstätte der Stadt Wien. Erst Ende des 19. Jhs. wurden die bis dahin landwirtschaftlich oder als Ziegelgruben genutzten Gründe verplant. Unter dem Projektnamen "Wohnhausgruppe am Wiener Berg - Spinnerin am Kreuz" planten die Architekten Karl Krist und Robert Oerley im Auftrag des Wiener Stadtbauamtes eine weitläufige Anlage mit über 1.000 Wohneinheiten. Das architektonische Konzept der Anlage verbindet Elemente des Superblocks mit solchen der Gartenstadt. Von den hintereinander angeordneten fünf Höfen mit Randverbauung zeichnet Karl Krist für die ersten drei an der Triester Straße verantwortlich, ebenso wie für den südlich davor liegenden, lang gestreckten Bauteil an der Eschenallee zwischen Triester Straße und Wienerbergstraße.

Die Architektur

Südlich vor dem polygonalen Kopfbau des George-Washington-Hofes, von diesem durch eine Straße getrennt, plante Karl Krist eine lang gestreckte Wohnhausanlage, die gleichzeitig mit dem der großen Anlage entworfen und 1929 gebaut wurde. Die dreiecksförmige Eckparzelle an Triester Straße und Wienerbergstraße wurde so an ihrer Langseite mit aneinander gereihten dreigeschoßigen, kleinteilig wirkenden Häusern besetzt. Die Bauteile an den jeweiligen Enden wurden als Kopfbauten jeweils um ein Geschoß erhöht und zeigen unter Walmdächern und Spitzgiebeln auch eine detailreichere Fassadengliederung. Während die Gebäudefront an der Eschenallee über einem Sockel aus bossierten Natursteinquadern eine glatte Wandfläche mit Rieselputz erhielt, sind die Kopfbauten durch Geschoß trennende Gesimse gegliedert. Am gesamten Bau verwendete der Architekt zeittypische Gestaltungstendenzen wie durch Gesimsbänder gekuppelte Sprossenfenster, übereck geführte Fenster und blockhaft gruppierte Horizontalgesimse. Die Zugänge zu den Wohneinheiten befinden sich an der Hofseite, die eine einfachere Fassadengliederung hat. Über den Durchgängen mit bogenförmiger Oberlichte sind jeweils drei Fenster horizontal zu einer Einheit verbunden, die Haustüren wurden durch grobe rechteckige, teilweise durchfensterte Betonprofile gerahmt. Im schmalen begrünten Innenhof befinden sich Treppenanlagen, die die gesamte Wohnanlage erschließen.

Der Name

Die Eschenallee wurde 1929 nach einem Vorschlag von Otto Gläzer benannt. Nach seiner Idee wurden auch die einzelnen Höfe des Georg-Washington-Hofes benannt, jeweils nach der in den Grünflächen vorherrschenden Bepflanzung. ("Birkenhof", "Akazienhof", "Ahornhof", "Fliederhof" und "Ulmenhof").

Sanierung

von 1993 bis 1995

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen wurde die Anlage bereits 1988/89 an die Fernwärme Wien angeschlossen. In den Jahren 1993 bis 1995 erfolgten die Erneuerung von Fenster und Türen und der Einbau von Aufzügen. Die Kosten beliefen sich auf 773.748 Euro, davon konnten 490.818 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Karl Alois Krist - Karl Alois Krist (1883-1941) trat nach dem Studium an der Technischen Hochschule Wien sowie an der Akademie der bildenden Künste in den Dienst der Stadt Wien ein, für die er ab 1922 zahlreiche Wohnhaussiedlungen realisierte, darunter den George-Washington-Hof (Wien 10; 1927-1930; zusammen mit Robert Oerley), den Anton-Schrammel-Hof (Wien 11; 1925), den Dr.-Franz-Klein-Hof ( Wien 11; 1924) und den so genannten Liebknechthof (Wien 12; 1926/27). Neben seiner Tätigkeit für die Stadt Wien unterhielt er auch ein privates Atelier als Zivilarchitekt.

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