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Absberggasse 5

Fakten

Absberggasse 5

Absberggasse 5, 1100 Wien

Baujahr: 1897-1897

Wohnungen: 32

Architekt: Friedrich Weisshappel

Weitere Adressen

Erlachgasse 17, 1100 Wien

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer und Küche; Wasser sowie WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Favoriten noch weitgehend unverbaut. Die städtebauliche Entwicklung begann hier erst mit der Errichtung des Arsenals (1849 - 1856), des Südbahnhofes (1867-1870) und der Bautätigkeit an der Ringstraße, wodurch die in Favoriten ansässigen Ziegelfabriken großen Aufschwung erhielten. Die günstige Verkehrsanbindung durch den neuen Südbahnhof hatte die Ansiedlung zahlreicher Betriebe zur Folge. Um Wohnraum für die zugezogenen Arbeiter zu schaffen, wurde das Gebiet bis zur Quellenstraße nach einem Rasterplan mit meist viergeschoßigen Zinshausblöcken verbaut. Nach dem Börsenkrach 1873 stagnierte allerdings die Bautätigkeit. Ab 1890 kam es durch die Ansiedlung von mittelgroßen Fabriken auf den noch unverbauten Flächen entlang der Quellenstraße, wie etwa der nahe liegenden Ankerbrot-Fabrik (1892), zu einem neuerlichen Wachstum. In dieser Phase entstand auch das 1923 in den Besitz der Gemeinde Wien übergegangene Wohnhaus Absberggasse 5.

Die Architektur

Die Fassade des Wohnhauses an der Ecke Erlachgasse/Absberggasse war der Errichtungszeit entsprechend einst reichlich mit späthistoristischem Dekor überzogen. Bossen strukturierten das zum Teil als Geschäftszone genutzte Erdgeschoß. Der in der Absberggasse gelegene Eingang wurde durch ihn flankierende Rundfenster und Säulen betont. Die Fenster des besonders aufwändig gestalteten ersten Stockwerkes waren abwechselnd mit Dreiecksgiebeln und gesprengten Segmentgiebeln verdacht. Die Fensterbrüstungen waren hier zum Teil als Balustraden ausgebildet. Die Fenster der oberen Stockwerke zierten schlichte Gesimsverdachungen bzw. fantasievolle Faschenformen. Besonders reich verziert war die ebenfalls in Bossen gefasste Eckpartie des Hauses mit den hier deutlich abgesetzt angeordneten Fensterpaaren. Im Zuge des Wiederaufbaus (1955) des am Ende des Zweiten Weltkrieges teilweise zerstörten Hauses wurde auf die Rekonstruktion des Dekors verzichtet. Ein kräftiges Gesimsband trennt heute das Erdgeschoß von den Obergeschoßen ab. Dezente Nuten gliedern die Fassade in mehrere Zonen und heben die Fensterpaare an der Ecke etwas ab. Über dem ursprünglichen Dachgesims wurde zudem ein viertes Stockwerk aufgesetzt und zur Absberggasse hin das Dachgeschoß ausgebaut.

Der Name

Die Benennung des Straßenzuges erfolgte 1875 nach dem bereits 1690 erwähnten Riednamen "In den Absbergen". Dieser Name ist möglicherweise von "des Abtes Bergen" - Klosterbesitz - abgeleitet.

Sanierung

von 1987 bis 2018

Die Stiegenhäuser der Wohnhausanlage wurden 1987/88 mit Aufzügen ausgestattet. Die Kosten beliefen sich auf 166.493 Euro, davon konnten 151.176 Euro durch Förderungen gedeckt werden.
Für die Jahre 2014 bis 2015 ist eine Sockelsanierung geplant. Das Dach soll neu gedeckt werden, und durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie durch ein Wärmedämmverbundsystem für die Fassade sollen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Im Zuge der Sanierung ist auch eine neue Innenhofgestaltung geplant.
Der Sanierungsantrag wurde 2012 bei der Schlichtungsstelle eingebracht, jedoch zur Entscheidung zu gericht abgezogen. Der tatsächliche Baubeginn hängt vom weiteren Verlauf des Verfahrens beim Gericht ab.

Architekten

Friedrich Weisshappel - Friedrich Weisshappel (1860-1927) war vermutlich zunächst als Bauzeichner und Bauleiter tätig, bevor er sich um 1890 als Architekt selbständig machte. Aufgrund fehlender Ausbildung besaß er selbst keine Baumeisterkonzession und fertigte nur Pläne für verschiedene Baufirmen an. Vor allem Miethäuser, wie etwa jene in der Lacknergasse 100 in Wien 18 (1906) und in der Währinger Straße 153 in Wien 18 (1912), wurden nach den Plänen von Weisshappel errichtet.

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