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Wasagasse 28

Fakten

Wasagasse 28

Wasagasse 28, 1090 Wien

Baujahr: 1984-1986

Wohnungen: 16

Architekt: Hans Puchhammer

Weitere Adressen

Dietrichsteingasse 2, 1090 Wien

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Das fünfgeschoßige Eckgebäude war 1863 im Biedermeierstil erbaut worden. Obwohl das Haus einem Spruch aus dem Jahr 1972 gemäß nicht unter Denkmalschutz gestellt war, entschied sich die Stadt Wien - nicht zuletzt auf Grund der Bemühungen des Kulturamtes, namentlich des Kulturstadtrats Franz Mrkvicka - dennoch zur Erhaltung des ansehnlichen Objekts und regte dessen Revitalisierung an. Die Mehrkosten, die durch die gewünschte Konservierung der Straßenfassaden entstanden - es wurde der hofseitige Gebäudeteil ab der Mittelmauer gänzlich bis zur Erdgeschoßebene abgetragen und durch einen neuen Hoftrakt ersetzt - konnten durch eine Subvention des Altstadterhaltungsfonds abgedeckt werden.
Das Sanierungsprojekt Wasagasse 28 wurde 1987 mit dem Stadterneuerungspreis der Wiener Bauinnung ausgezeichnet.

Die Architektur

Die Grundsubstanz des fünfgeschoßigen Eckgebäudes stammt aus dem Jahr 1863; stilmäßig kann man den Bau dem Biedermeier bzw. dem Neobiedermeier zurechnen. Von der ursprünglichen Gliederung der Schauseiten sind im Original nur mehr die Fensterbekrönungen erhalten, beim übrigen Fassadendekor handelt es sich um Rekonstruktionen.
Das Erdgeschoß mit leichter Bänderung ist seiner aktuellen Lokal-Nutzung entsprechend in hohe, bis zum Boden führende Öffnungen aufgelöst. Das erste und zweite Obergeschoß sind architektonisch zusammengefasst und nach oben in einem Gesims abgeschlossen. Die letzten beiden Geschoße bilden erneut eine Einheit, sind jedoch viel einfacher und zurückhaltender gestaltet. Zwischen den Fensterachsen - sieben in der Wasagasse und elf in der Dietrichsteingasse - befinden sich leicht hervortretende Pfeiler, die sich durch das trennende Gesims hindurch über alle Regelgeschoße ziehen. Ein stark plastisches Kröpfgesims leitet die Fassade in das Satteldach über.
Der neu erstellte Hoftrakt in Stahlbeton nimmt sowohl die Erschließung der Wohngeschoße - zwei Stiegenhäuser mit je einem Lift - als auch die Nasszellen auf.

... und die Kunst

Das Haus hat zwei Schauseiten, deren Dekor nach 1945 vollständig abgeschlagen worden war. Die stilgerechte Wiederherstellung der Fassadendekoration und der ausbordenden Biedermeierfenster erfolgte unter Zugrundelegung der Originalpläne einvernehmlich mit der MA 7. Die in die beiden Kellergeschoße hinab führende Wendeltreppe konnte bei der Sanierung im Original erhalten werden.

Der Name

1862, ein Jahr vor der Erbauung der besagten Liegenschaft, wurde die Gasse nach dem schwedischen Feldmarschallleutnant Gustav Wasa (1799-1877) benannt. Vorher, ab 1827, wurde sie schlicht als Quergasse bezeichnet.
Gustav von Holstein-Gottorp war ein exilierter schwedischer Prinz, da er sich als Angehöriger einer abgesetzten Dynastie nicht "Prinz von Schweden" nennen durfte, nannte er sich ab 1829 nach dem ausgestorbenen alten schwedischen Königshaus: Gustav Prinz von Wasa. In der Wasagasse hatte er sein Palais erbauen lassen, welches heute jedoch nicht mehr steht.

Architekten

Hans Puchhammer - Hans Puchhammer (geb. 1931 in Wels, OÖ) studierte ab 1949 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Bereits während des Studiums arbeitete er im Atelier von Roland Rainer mit. Von 1956 bis 1980 führte er eine Arbeitsgemeinschaft mit Gunther Wawrik. In dieser Zusammenarbeit konnten unter anderem das Bürohaus Grothusen in Wien 13, Erzbischofgasse 53 (1965-1967), und die Siedlung "Goldtruhe" in Brunn am Gebirge, Petzoldgasse (NÖ, 1965-1969), realisiert werden. Hans Puchhammers Leistungen liegen aber vor allem in seiner denkmalpflegerischen Arbeit. So erfolgte unter seiner Leitung etwa der Umbau samt Erweiterung des Landesmuseums Eisenstadt (Bgld., 1967-1976), die Renovierung des Antikenmuseums Carnuntinum (NÖ, 1988-1991) und die Generalsanierung des Wiener Konzerthauses (1997-1999). Neben seiner selbstständigen Tätigkeit als Architekt war Hans Puchhammer bis 1994 auch als Professor für Hochbau an der TU Wien.

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