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Lassalle-Hof

Fakten

Lassalle-Hof

Lassallestraße 40, 1020 Wien

Baujahr: 1925-1926

Wohnungen: 266

Weitere Adressen

Vorgartenstraße 146-148, 1020 Wien

Ybbsstraße 39-45, 1020 Wien

Radingerstraße 15, 1020 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

1923 wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben und obwohl der Architekt Karl Krist diesen gewann, errichtete eine Architektengemeinschaft um Hubert Gessner den Hof. Das Gebäude sollte ein nördliches Einfahrtstor zur Stadt bilden. Neben dem heute noch bestehenden Kinderhort und dem Arbeiter-Samariter-Bund waren Räumlichkeiten für eine Volksbibliothek, ein Parteiheim sowie im Turm ein Fotoatelier für die Wiener Naturfreunde vorgesehen. Während des Zweiten Weltkriegs fiel das Gebäude einem Bombentreffer zum Opfer und wurde 1949 wieder aufgebaut.

Die Architektur

Der kurz vor der Reichsbrücke als Brückenkopf zur Donau und als nördliches Einfallstor der Stadt errichtete Lassallehof stellt die erste Arbeit H. Gessners in Zusammenarbeit mit anderen Architekten dar und weist wahrscheinlich deshalb sehr gegensätzliche - teils "moderne", teils "klassische" - Gestaltungselemente auf. An der städtebaulich bedeutenden Kreuzung Lassallestraße/Vorgartenstraße wurde ein achtstöckiger Wohnturm gesetzt, der durch einen nach oben hin abgestuften Erker und durch Balkone akzentuiert wird. Mit dem offenen Kolonnadengang und dem aufgesetzten Glaspavillon erinnert er an einen Aussichts- bzw. Leuchtturm. Die zurückversetzte Hauptfront wird durch zwei schmale, flache Risalite gegliedert. Sie werden durch das teilweise ausgebaute Dachgeschoß überhöht und von Dreiecksgiebeln bekrönt. Außerdem beleben stumpfe Spitzerker die betont schlicht gehaltene Front. Die auf die Baulinie vorgezogene Ladenzone ist in Arkaden aufgelöst. In ihr ist das über zwei Geschoße reichende, massive Portal eingefügt, das durch die eingestellten Eckpfeiler und die aufgesetzte Pergola geradezu monumentalisiert wird. Die Anlage umschließt einen großen, zentralen Innenhof und zwei kleinere Seitenhöfe. Die portikusähnlich gestalteten Zugänge zu den Stiegenhäusern und die massiven Steinvasen verleihen den Höfen eine repräsentative, beinahe aristokratische Aura.

Der Name

Ferdinand Lassalle (1825-1864) folgte den Lehren von Karl Marx und war Mitbegründer der Deutschen Arbeiterbewegung. Er fungierte als Präsident des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, aus dem später die deutsche Partei SPD hervorging. Lassalle starb an den Folgen eines Duells mit dem Ehemann seiner Geliebten.

Sanierung

von 1990 bis 1992

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1990 bis 1992 eine Sockelsanierung durchgeführt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 7.776.066 Euro, davon konnten 6.292.087 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Wohnungstauschangebote

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