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Währinger Straße 41

Fakten

Währinger Straße 41

Währinger Straße 41, 1090 Wien

Baujahr: 1838-1838

Wohnungen: 8

Architekt: Franz Lausch

Wohnen in Wien

Nach dem endgültigen Zurückdrängen des Osmanischen Reiches zu Ende des 17. Jahrhunderts konnte in Wien und seinen zerstörten Vorstädten mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Die stark einsetzende Bautätigkeit hatte eine Barockisierung des Stadtbildes zur Folge. Die weitreichenden Reformen unter Joseph II. führten 1783 auch zur Modernisierung der Stadtverwaltung. Die Einführung der ersten Hausnummern (Konskriptionsnummern) sowie die Entwicklung der Kanalisation und Straßenreinigung fallen in diese Zeit. Die Auflassung zahlreicher Klöster und Friedhöfe schuf zudem neue Bauplätze.

Geschichte

Ein k. k. Katasterplan aus dem Jahr 1829 ("berichtigt durchwegs im Jahre 1846") zeigt die Währinger Gasse, die auf Höhe der heutigen Nußdorfer Straße beim - zu jener Zeit noch offenen - Alserbach endet. In diesem Plan ist das hier besprochene Gebäude mit der Hausnummer 282 eingetragen. Nördlich davon, auf dem Gelände des jetzigen Arne-Carlsson-Parks, erstreckte sich das k. k. Militär-Montur-Depot und die "St. Johannes der Täufer Kirche", welche einer anderen Quelle zufolge um 1860 geschliffen wurden. 1863 wurde dann auch die dazugehörige, gut zwei Meter hohe Bodenerhebung abgetragen und das Straßenniveau entsprechend abgesenkt. Diese Maßnahme hatte zur Folge, dass auch die Fassade des Hauses Nr. 41 untergraben wurde. Man vergrößerte infolgedessen das Eingangstor und setzte den Eingängen der beiden Gassenlokale abgetreppte Podeste vor.

Aus Unterlagen der baupolizeilichen Akte geht weiters hervor, dass das gewerblich genutzte Gebäude im Innenhof der Liegenschaft bereits im Jahr 1889 eine Buchbinderei fasste, welche im Übrigen noch heute in Betrieb ist.

Die Architektur

Das viergeschoßige Biedermeier-Wohnhaus weist eine gleichmäßige Geschoß- und strenge Achsenabfolge auf, welche lediglich zur Akzentuierung des mittigen Eingangs leicht aufgelockert wird. Das Erdgeschoß ist leicht gebändert und von den Regelgeschoßen durch ein Gesims abgetrennt. Die Reihe der Fensterrahmungen aller drei Wohngeschoße ist an einem zart hervortretenden, schmalen Putzband aufgefädelt, wobei dem obersten auch ein weiteres Gesims zugefügt ist. Die übermäßige Höhe des Erdgeschoßes wirkt leicht störend auf das proportionale Gesamtgefüge und rührt daher, dass das Straßenniveau nachträglich abgesenkt wurde (siehe unter Geschichte des Gemeindebaus).

Der Name

Die Währinger Straße ist ihrer Anlage nach ein relativ junger Straßenzug. Auf Wohlmuets Stadtplan von 1547 ist die vielfach unterbrochene Häuserreihe in Richtung der heutigen Währinger Straße als "Strass Inn die Signalis" (nach Siechenals) bezeichnet, endete also beim Dorf Siechenals auf Höhe der heutigen Nußdorfer Straße und dem gleichnamigen Lazarett. Damals stellte die Nußdorfer Straße mit ihrer Verbindung nach Klosterneuburg und zum Donaugelände die verkehrstechnisch wichtigere Erschließung dar als jene nach Währing. Außerdem war der direkte Weg in die Vorstadt durch das zur damaligen Zeit noch offene Gerinne der Als und das große, geschlossene Gelände der Ziegelwerke versperrt. Erst um 1862 wurde die Fabrik geschliffen und der heutige Verlauf der Straße erstellt. Gleichzeitig erhielt sie ihren heutigen Namen, weil sie in den damaligen Vorort Währing führte. Anlässlich der Eingemeindung von Währing nach Wien wurde sie 1894 um die ehemalige "Hauptstraße" in Währing selbst verlängert.

Prominente Bewohner

Anton Bruckner (1824 - 1896) verlebte in der Währinger Straße 41 seine ersten Wiener Jahre: von 1868 bis 1876. Einer Inschrift zufolge schuf der geniale Komponist, Organist und Musikpädagoge in diesem Haus vier seiner großartig angelegten Sinfonien: die 2., 3., 4. und 5.

Architekten

Franz Lausch - Keine biografischen Daten vorhanden.

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