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Berggasse 3

Fakten

Berggasse 3

Berggasse 3, 1090 Wien

Baujahr: 1825

Wohnungen: 8

Architekt: Alois Ignaz Göll

Wohnen in Wien

Nach dem endgültigen Zurückdrängen des Osmanischen Reiches zu Ende des 17. Jahrhunderts konnte in Wien und seinen zerstörten Vorstädten mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Die stark einsetzende Bautätigkeit hatte eine Barockisierung des Stadtbildes zur Folge. Die weitreichenden Reformen unter Joseph II. führten 1783 auch zur Modernisierung der Stadtverwaltung. Die Einführung der ersten Hausnummern (Konskriptionsnummern) sowie die Entwicklung der Kanalisation und Straßenreinigung fallen in diese Zeit. Die Auflassung zahlreicher Klöster und Friedhöfe schuf zudem neue Bauplätze.

Geschichte

Ab 1857 kam es in Wien zur so genannten Stadterweiterung. Dabei wurden die alten Stadtmauern geschliffen und anstelle der ehemaligen Verteidigungsanlagen die Ringstraße errichtet. An einigen Stellen setzte die Bautätigkeit jedoch schon etwas früher ein: So begann man z.B. 1856 mit dem Bau der Votivkirche und auch die nahe gelegene Berggasse wurde bereits einige Jahre vor Auflassung des Glacis als Straße angelegt. Jene Bauten, die heute ungerade Hausnummern haben, bildeten lange Zeit die Grenze der Vorstadt.
Die Berggasse 3 erhielt 1850 einen Hoftrakt, der 1874 aufgestockt wurde. Der ehemalige Pferdestall wurde 1912 in eine Garage umgestaltet und 1997 in ein Magazin umgewidmet. Das Gebäude wurde von seinem Bauherren an Grafen Pálffy verkauft, von dem es die Familie Odescalchi erbte. Von ihr erwarb die Stadt Wien das Gebäude im Jahr 1966. Die Geschäftslokale im Erdgeschoß wurden ab 1969 von der VHS Alsergrund genutzt, heute befindet sich darin ein Parteilokal der SPÖ. Das Haus steht unter Denkmalschutz.

Die Architektur

Bei diesem Gebäude handelt es sich um ein repräsentatives viergeschoßiges Biedermeierhaus. Das Erdgeschoß ist dunkelgrau gestrichen, während die Fassade in den Stockwerken hellgrau erstrahlt; die reichen Gliederungselemente sind weiß. Ein durchlaufendes Gesims setzt die Sockelzone von dem darüber liegenden Hauptgeschoß ab, dessen repräsentative Funktion durch Blendarkaden betont wird. Der dreiachsige, sehr flache Mittelrisalit betont den herrschaftlichen Charakter des Hauses. Die Riesenpilaster, welche über den ersten und zweiten Stock reichen, unterbrechen hier die Gesimse. Das Holztor ist noch original erhalten und führt in eine pilastergegliederte, platzgewölbte Einfahrt. An der Hoffassade finden sich die zeittypischen geschlossenen Pawlatschen.

Der Name

Das Gebäude wird als "Palais Odescalchi" bezeichnet, da es sich von 1918 bis 1966 im Besitz der Familie Odescalchi befand.

Architekten

Alois Ignaz Göll - Alois Ignaz Göll errichtete in den 1820er- und 1830er-Jahren in den heutigen Wiener Innenbezirken eine große Anzahl von Bauwerken, zumeist Mietshäuser. Insbesondere am Alsergrund findet sich eine ganze Reihe erhaltener Arbeiten des Architekten, wie z. B. die Häuser Berggasse 15 und Währinger Straße 18.

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