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Lindengasse 57

Fakten

Lindengasse 57

Lindengasse 57, 1070 Wien

Baujahr: 1966-1968

Wohnungen: 24

Architekt: Hugo Potyka

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Auf dem Areal des Gemeindebaus befand sich ursprünglich ein Kino der Apollo Filmgesellschaft. Im Jahr 1918 wurde es vom Architekten Neumann Tropp (1873-1928) neu adaptiert, später jedoch abgerissen. Seit Beginn der 1966 neu errichteten Wohnhausanlage befindet sich unter der Adresse ein städtischer Integrationskindergarten.

Die Architektur

Das siebenstöckige Gebäude sticht durch seine großformatigen Fensteröffnungen ins Auge. Die schlichte Gestaltung der Fassade wird durch die Farbgebung der Rahmen in Rot und Gelb aufgelockert. Vor die französischen Fenster gestellte Geländer aus vertikalen Stäben dienen als Absturzsicherung. Zusätzliche Akzente setzen die farblich abgestuften Fensterlaibungen. Die differenzierte Anordnung der unterschiedlich großen Fenster vermittelt einen flächigen Eindruck der Fassade. Das Haus hat zwei Stiegenhäuser - beide Treppenhausanlagen sind von der Straße her begehbar - sowie einen Garagenabstellplatz.

... und die Kunst

Beim Eingang in das Kindertagesheim befindet sich ein 2 x 2 Meter großes Smalten-Mosaik der Künstlerin Florentina Patoska (geb. 1933). Das Werk wurde 1968 fertig gestellt und trägt den bezeichnenden Namen "Spiel" - ein Hinweis auf den dort ansässigen Kindergarten der Stadt Wien.

Der Name

Benannt wurde die Gasse 1913 nach dem Hausschild "Zur goldenen Linde", dass hier einst ein Gasthaus kennzeichnete.

Prominente Bewohner

Der Landschaftsmaler Karl Reißberger (1915-1983) hatte sein Atelier in der Lindengasse 57. Er wurde in einem Ehrengrab der Stadt Wien am Dornbacher Friedhof begraben.

Sanierung

von 2003 bis 2004

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2003 und 2004 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden; außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen.

Architekten

Hugo Potyka - Hugo Potyka (geb. 1927) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien und an der Akademie der bildenden Künste, wo er die Meisterklasse von Lois Welzenbacher besuchte. 1962 erwarb er die Befugnis eines Architekten und war in der Folge in mehreren Arbeitsgemeinschaften tätig. Besondere Verdienste erlangte er für seine Planungstätigkeiten für den Donauraum, den Gürtel und den Marchfeldkanal. Er beteiligte sich auch maßgeblich am Umbau des Alten AKH zum Universitätscampus (Wien 9). Bis zu seiner Pensionierung war Potyka Honorarprofessor für Städtebau und Siedlungswesen an der Universität für Bodenkultur.

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