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Brauergasse 4

Fakten

Brauergasse 4

Brauergasse 4, 1060 Wien

Baujahr: 1981-1983

Wohnungen: 10

Architekt: Klaus Schmidt

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Gumpendorf, urkundlich bereits 1136 erwähnt, gehört zu den ältesten Ansiedlungen Wiens. Bis ins 16. Jahrhundert war die einstige Wiener Vorstadt im Besitz des oberösterreichischen Frauenklosters Pulgarn, im 18. Jahrhundert kaufte die Gemeinde Wien den Grund und Boden. Seit 1850 ist Gumpendorf Teil des 6. Wiener Gemeindebezirks. Der Stadtteil vergrößerte sich, als die Grafen von Königsegg dort u.a. Häuser mit Gärten errichteten, wie z.B. das Königsegg’sche Gartenpalais. Der Grundbesitzer und Stifter der Gumpendorfer Kirche, Leopold Wilhelm Graf zu Königsegg (1630-1684), besaß auch eine Brauerei, die zu einem Teil auf dem Areal des heutigen Gemeindebaus stand und nach der die Bräuhausgasse benannt wurde. Durch die Türken zerstört, wurde die Brauerei 1686 wieder in Betrieb genommen, ehe sie 1841 endgültig ihre Pforten schloss.

Die Architektur

Das fünfgeschoßige Wohnhaus wurde samt ausgebautem Dachgeschoß entlang der Brauergasse errichtet. Ursprünglich für 14 Wohnungen konzipiert, enthält es heute - unter Beibehaltung der äußeren Umrisse - zehn Wohnungen, die über ein Stiegenhaus erschlossen werden. Eine Garage im Erdgeschoß verfügt über sechs PKW-Stellplätze, die Einfahrt befindet sich zentral an der Hauptfront. Das dem Niveau der leicht abschüssigen Brauergasse angepasste Erdgeschoß ist als ebenerdiger Vorbau bis zur Straße vorgezogen. Die Fassade wird an der nach Südwesten orientierten Straßenseite durch sieben Fensterachsen gegliedert. Sie ist einfach verputzt, wobei sich die Sockelzone farblich vom Rest des Gebäudes abhebt. Die Fensteröffnungen sind großteils quadratisch und werden optisch durch farblich abgestufte Putzfelder zu einem Fensterband zusammengefasst; so fungieren sie gleichzeitig als horizontales Gliederungselement. Durch die regelmäßige Anordnung der Fenster gewinnt die Fassade auch an Symmetrie - ein Thema, das an der rückwärtigen Front weitergeführt wird.

Der Name

Die Brauergasse hieß vor ihrer Umbenennung im Jahr 1862 Bräuhausgasse und wurde nach der damals dort ansässigen Gumpendorfer Brauerei benannt. Die Brauerei, die dem ehemaligen Besitzer des Schlosses von Königsegg gehörte und im Jahr 1680 errichtet wurde, wurde 1841 aufgelassen und in der Folge abgerissen.

Architekten

Klaus Schmidt - Klaus Friedrich Schmidt wurde 1926 in Bremen geboren und ist seit 1939 in Wien ansässig. Er studierte Architektur an der Wiener Kunstgewerbeschule unter anderem bei Carl Witzmann und Franz Schuster. Schmidt, der hauptsächlich in Wien tätig war, plante mehrere Wohnhäuser, Büro- und Lokaleinrichtungen, darunter die ersten 23 Eduscho-Filialen (ab 1969). Für die Gemeinde Wien entwarf er die Wohnhausanlage Brauergasse 4 in Wien 6 (1981-1983).

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