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Johanna-Prangl-Hof

Fakten

Johanna-Prangl-Hof

Damböckgasse 3-5, 1060 Wien

Baujahr: 1957-1958

Wohnungen: 82

Architekt: Karl Vodak sen., Paul Ehrenzweig

Weitere Adressen

Esterhazygasse 24, 1060 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Auf einem Teil des Areals in der Damböckgasse 3 stand bis kurz vor Baubeginn der heutigen städtischen Wohnhausanlage eine riesige Markhalle. Erst durch ihren Abbruch konnte das 4.100 Quadratmeter große Grundstück bebaut werden. Heute befinden sich dort vier sechsgeschoßige Wohnhäuser, der Gemeindebau wurde am 11. 4. 1959 eröffnet. Das alte Objekt der Markthalle, erbaut im 18. Jahrhundert, diente dem damaligen Besitzer Fürst Kaunitz als Reitschule. Später ging der gesamte Grundbesitz des Fürsten Kaunitz, bestehend aus einem Palais, der Reithalle und einem ausgedehnten Garten, in das Eigentum des Fürsten Esterházy über. Während der Zeit der französischen Besetzung im Jahr 1809 hatte hier der von Napoleon eingesetzte Stadtkommandant seinen Sitz. Als letzter Rest des ursprünglichen Gartens hat sich der vor 100 Jahren der Öffentlichkeit übergebene Esterhazy-Park bis heute erhalten.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage wurde auf einer langen Bauparzelle errichtet und wird neben der Damböckgasse von der Esterhazygasse begrenzt. Sie verfügt auf insgesamt vier hofseitig begehbaren Stiegen über 82 Wohnungen, eine Transformatorenstation sowie eine Kleingarage. Im begrünten Hof befinden sich weitere Abstellplätze für PKW sowie eine Sitzgelegenheit. Das Haus ist zur Gänze unterkellert und hat im Mitteltrakt fünf Geschoße, während die an die Nachbarhäuser angrenzenden Gebäudeteile um ein Geschoß höher konzipiert wurden.
An der nach Westen orientierten Fassade sind sieben, an der der Damböckgasse zugewandten Hauptfassade 22 Fensterachsen angeordnet. Ein flacher Seitenrisalit über vier Stockwerke schließt die Hauptfassade ab. Das Wohnhaus besitzt einen glatten, einfärbigen Putzanstrich, auffallend sind die großteils zweiflügeligen Kastenfenster mit einfach umfassten Fensterlaibungen sowie die farblich abgestufte, genutete Sockelzone. In den Stiegenhauskernen 2 und 3 sind die Fensterformate jeweils um ein Halbgeschoß höher gesetzt - ein Thema, das bereits im Sockelbereich beginnt.
Entlang der Damböckgasse ist das Satteldach mit Gauben versehen, das Hauptgesims ist vorkragend und schließt die Lochfassade nach oben hin ab. Die Garageneinfahrt liegt links vom Nachbarhaus an der Hauptfassade, im fünfgeschoßigen Mitteltrakt befindet sich der Durchgang zu den einzelnen Stiegenhäusern. Durch die halbstöckig versetzten Fensterformate gewinnt das Bauwerk nicht nur an Symmetrie, sondern vermittelt dem Betrachter auch den Eindruck aneinandergereihter, einzelner Wohnabschnitte.

Der Name

Die Wohnhausanlage ist nach Johanna (auch: Jenny) Prangl benannt. Sie wurde 1840 in Wien geboren und wuchs nach dem Tod ihrer Mutter an unterschiedlichen Pflegestellen und im Waisenhaus auf. 1874 heiratete sie den Privatbeamten und Agenten Eduard Prangl. Im selben Jahr erbte sie von ihrer Tante ein Grundstück in der Gumpendorfer Straße 64, auf dem sie im darauf folgenden Jahr ein dreistöckiges Haus errichten ließ. In ihrem Testament verfügt sie, eingedenk der Armut, die sie selbst in ihrer Kindheit erlebt hatte, dass das Haus nach ihrem Tod in eine Wohltätigkeitsstiftung eingebracht werden sollte. Sie starb 1886; seither wird der Erlös des noch heute bestehenden Hauses der Bezirksvorstehung Mariahilf übergeben, die damit bedürftige Menschen finanziell unterstützt.

Sanierung

von 1987 bis 2006

Bereits 1987 wurde begonnen die Stiegenhäuser mit Aufzügen auszustatten. Eine umfassende Sanierung erfolgte in den Jahren 2004 bis 2006. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden; außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 121.277 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Karl Vodak sen. - Karl Vodak sen. (1914-2000) studierte Architektur an der Wiener Kunstgewerbeschule unter anderem bei Josef Hoffmann. Für die Gemeinde Wien entwarf er vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften mehrere Bauwerke, wie unter anderem die Wohnhäuser Damböckgasse 3-5 in Wien 6 (mit Paul Ehrenzweig, 1957/58), Untere Augartenstraße 1-3 in Wien 2 (mit Alfred Chalusch, 1953/54) und Hausergasse 3-7 in Wien 10 (mit Rudolf Wawrik, 1956-1957). Die Wohnhausanlage Degengasse 7 in Wien 16 (1949/50) plante Vodak alleine.

Paul Ehrenzweig - Paul Ehrenzweig (1889-1975) studierte mit kriegsdienstbedingter Unterbrechung 1909/10 von 1907 bis 1913 an der Technischen Hochschule Wien. Zusammen mit Karl Vodak entwarf er für die Gemeinde Wien die 1957/58 erbaute Wohnhausanlage Damböckgasse 3-5 in Wien 6.

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