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Werkbundsiedlung

Fakten

Werkbundsiedlung

Veitingergasse 71, 1130 Wien
Veitingergasse 73, 1130 Wien
Veitingergasse 77, 1130 Wien
Veitingergasse 81, 1130 Wien
Veitingergasse 83, 1130 Wien
Veitingergasse 85, 1130 Wien
Veitingergasse 87, 1130 Wien
Veitingergasse 89, 1130 Wien
Veitingergasse 91, 1130 Wien
Veitingergasse 93, 1130 Wien
Veitingergasse 99, 1130 Wien
Veitingergasse 103, 1130 Wien
Veitingergasse 105, 1130 Wien
Veitingergasse 109, 1130 Wien
Veitingergasse 111, 1130 Wien
Veitingergasse 113, 1130 Wien
Veitingergasse 115, 1130 Wien
Veitingergasse 117, 1130 Wien
Jagdschloßgasse 68, 1130 Wien
Jagdschloßgasse 72, 1130 Wien
Jagdschloßgasse 74, 1130 Wien
Jagdschloßgasse 76, 1130 Wien
Jagdschloßgasse 78, 1130 Wien
Jagdschloßgasse 80, 1130 Wien
Jagdschloßgasse 82, 1130 Wien
Jagdschloßgasse 88, 1130 Wien
Jagdschloßgasse 90, 1130 Wien
Woinovichgasse 3, 1130 Wien
Woinovichgasse 10, 1130 Wien
Woinovichgasse 11, 1130 Wien
Woinovichgasse 12, 1130 Wien
Woinovichgasse 13, 1130 Wien
Woinovichgasse 15, 1130 Wien
Woinovichgasse 16, 1130 Wien
Woinovichgasse 17, 1130 Wien
Woinovichgasse 18, 1130 Wien
Woinovichgasse 19, 1130 Wien
Woinovichgasse 20, 1130 Wien
Jagdschloßgasse 88, 1130 Wien
Woinovichgasse 22, 1130 Wien
Woinovichgasse 26, 1130 Wien
Woinovichgasse 28, 1130 Wien
Woinovichgasse 30, 1130 Wien
Woinovichgasse 32, 1130 Wien
Engelbrechtweg 9, 1130 Wien
Engelbrechtweg 11, 1130 Wien
Jagicgasse 8, 1130 Wien
Jagicgasse 10, 1130 Wien
Jagicgasse 12, 1130 Wien

Baujahr: 1929-1932

Wohnungen: 0

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Seit 1927 entstanden auf Initiative der einzelnen europäischen Werkbünde mehrere Modellsiedlungen. Die erste Siedlung dieser Art war die 1926/27 errichtete Weißenhofsiedlung in Stuttgart, an der Architekten wie Le Corbusier, Walter Gropius und Peter Behrens beteiligt waren. Josef Frank, der für die Weißenhofsiedlung ein Doppelhaus entworfen hatte, übernahm 1929 die Leitung über den Bau der Wiener Werkbundsiedlung. Ursprünglich sollten die Musterhäuser auf einem Grundstück an der Triester Straße errichtet werden, das Projekt wurde aber nach Lainz verlegt. Josef Frank lud 31 österreichische und internationale Architekten ein, Entwürfe für Einfamilien- und Doppelhäuser vorzulegen. Die Wohnbaugenossenschaft GESIBA war für die Durchführung des Bauvorhabens zuständig. Nach Fertigstellung 1932 waren die vollständig möblierten Wohnungen acht Wochen lang für die Besucher der Werkbundausstellung geöffnet. Um einen Preis von 26.000 bis 65.000 Schilling konnten private Käufer die Häuser erwerben. Aufgrund des hohen Preises wurden nur 14 Häuser verkauft, die restlichen Modellhäuser wurden von der Gemeinde Wien übernommen. Bei einem Luftangriff 1945 wurden die Doppelhäuser von Oskar Strnad, Hugo Häring und Walter Sobotka zerstört. Der Wohnbau von Walter Sobotka wurde durch ein dreigeschoßiges Haus von Heinrich Reitstätter ersetzt, an der Stelle eines Doppelhauses von Hugo Häring stehen heute zwei Einfamilienhäuser von Roland Rainer und Rudolf Dinner. Die Baulücke am Engelbrechtweg 5/7 wurde durch zwei Einfamilienhäuser von Friedrich Pangratz geschlossen. In den 1980er-Jahren wurden die Häuser, die sich im Besitz der Gemeinde Wien befinden, sowie zwei private Wohnhäuser unter der Leitung von Prof. Adolf Krischanitz restauriert.

Die Architektur

Die Werkbundsiedlung erstreckt sich auf einem leicht abfallenden Grundstück zwischen der Veitingergasse und der Jagdschlossgasse. Die gesamte Siedlung wird von gekrümmten Straßen durchzogen, wodurch der Eindruck einer natürlich gewachsenen Siedlung erweckt wird. Bei allen Modellhäusern stand die Idee des funktionalen, naturnahen Wohnens mit gesteigertem Wohnkomfort im Vordergrund, bautechnische Innovationen spielten keine Rolle. Um die leichte Reproduzierbarkeit der Häuser zu gewährleisten, wurden den Architekten Flachdächer vorgeschrieben. Sämtliche Gebäude wurden unterkellert und somit gegen die Feuchtigkeit des Geländes abgesichert. Die durchschnittliche Wohnfläche beträgt 60 bzw. 90 Quadratmeter, nur das Haus von Oswald Haerdtl in der Veitingergasse 115/117 ist mit 118 Quadratmetern um einiges größer angelegt. Der Maler Lászlo Gábor entwarf ein Farbkonzept in hellen Pastelltönen, das allerdings heute nicht mehr im Originalzustand vorhanden ist. Die ein- bis zweigeschoßigen Häuser in der Veitingergasse (Hugo Häring, Richard Bauer, Josef Hoffmann, Oskar Wlach, Julius Jirasek, Ernst A. Plischke, Josef Wenzel, Oswald Haerdtl) sind mit geschlossenen Straßenfassaden ausgestattet und öffnen sich zur Gartenseite hin. Auffallend ist der dreigeschoßige Bauteil von André Lurçat mit halbrunden Treppenhäusern in der Veitingergasse 87-93. Die Reihenhäuser sind zur Straße hin völlig geschlossen und öffnen sich zum Garten mit durchlaufenden Fenstern. Die ebenerdigen Doppelhäuser von Josef Hoffmann schließen direkt an den Teil von André Lurçat an. Die straßenseitige Fassade ist symmetrisch angeordnet und wird mit einem verglasten, überhöhten Portalhäuschen betont. Das Erdgeschoß ist so angeordnet, dass es von der Veitingergasse über einige Stufen zu erreichen ist, der Wohnbereich aber auf Gartenniveau liegt. In der Woinowichgasse 32 liegt das zweigeschoßige Haus von Josef Frank, das im ersten Stockwerk mit einer Terrasse ausgestattet ist. Daneben befindet sich ein kleines Museum, wo Dokumente und Informationen zur Werkbundsiedlung ausgestellt sind. Ebenfalls in der Woinowichgasse (Nr. 14-20) liegen die dreigeschoßigen Häuser von Gerrit Rietveld, die mit den großen Fenstern an der straßen- und gartenseitigen Fassade einen offenen Eindruck erwecken. Auf die harmonische Verbindung von Haus und Garten, von Innen und Außen wurde bei allen Häusern besonders Wert gelegt.

Der Name

Die Siedlung entstand in Zusammenarbeit mehrerer Künstler des österreichischen Werkbundes und trägt daher auch den Namen Werkbundsiedlung. Der Werkbund wurde 1912 als Interessensgemeinschaft von Künstlern, Handwerkern und Industriellen gegründet und setzte sich für eine Verbindung von Kunst und Industrie ein. An den Ausstellungen des Werkbundes waren zahlreiche Mitglieder der Wiener Secession und der Wiener Werkstätte, wie Josef Hoffmann und Oskar Strnad, beteiligt. Die Mustersiedlung in Wien Hietzing wurde im Rahmen der Werkbundausstellung 1932 mehrere Wochen für Besucher geöffnet.

Sanierung

von 2011 bis 2016

In der Werkbundsiedlung wird in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt eine etappenweise Sockelsanierung durchgeführt.

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