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Grüngasse 14

Fakten

Grüngasse 14

Grüngasse 14, 1050 Wien

Baujahr: 1981-1984

Wohnungen: 18

Architekt: Wenko Bossew

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Der späthistorische Altbau, 1980 abgetragen, bestand aus einem fünfgeschoßigen Vorder- und Hintertrakt, in dem Schulräume sowie ein ebenerdiger Turnsaal untergebracht waren. Die Knabenvolksschule war nach Plänen von Adolf (Abraham) Ambor (1861-1912) errichtet worden, der als Architekt und Stadtbaumeister in Wien eine Reihe repräsentativer Wohn- und Geschäftsbauten schuf. Heute findet man unter dieser Adresse das "Team Focus". Strukturell ehemals in der MA 11 und 12 eingebettet, unterliegt es seit 2001 dem Fonds Soziales Wien. Das Forschungsteam widmet sich hauptsächlich der Verbesserung von Lebensbedingungen Jugendlicher und junger Erwachsener sowie Kindern in Wien.

Die Architektur

Das städtebaulich am Einlaufpunkt zweier Straßenzüge stehende Gebäude verfügt neben sechs Hauptgeschoßen über ein ausgebautes Dachgeschoß und ist zur Gänze unterkellert. Durch das Zurückweichen von der Baulinie wird der Platz zur Straße hin geöffnet und ein Gleichgewicht zwischen Baumasse und öffentlichem Raum geschaffen. Der breite Mittelrisalit über vier Fensterachsen, der von einem Walmdach mit je einer Dachgaupe überhöht wird, ist eines der prägenden Gestaltungsmerkmale der insgesamt sechs Achsen breiten Fassade. Die charakteristischen Fensterformate sind, mit Ausnahme der querrechteckigen Fensterreihen entlang der Außenseite des Mittelrisalites, zweisprossig und einfach in die Fassade eingeschnitten. Grün gefärbte Putzstreifen im Fensterbereich fungieren nicht nur als horizontales Gliederungselement; durch den Wechsel von Hell- zu Dunkelgrün entsteht ein feinteiliges Gitternetz, das den Mittelrisalit zusätzlich betont. Die dunkelgraue Sockelzone mit Tief- und Erdgeschoß nimmt die Nebenraumfenster, das Hauptportal - gekrönt von einem Fahnenmast - sowie das Nebenportal und die Garageneinfahrt auf, die hier nur dezent in Erscheinung tritt.

Der Name

Die Grüngasse, die zwei Bezirke durchquert und in die Rechte Wienzeile mündet, erhielt ihren Namen 1862 von dem Grundbesitzer Vinzenz Grün (1812-1871), der in der Gasse vier Neubauten errichten ließ. Angelegt wurde die Grüngasse allerdings bereits 1856 anstelle des zugeschütteten Mühlbaches.

Architekten

Wenko Bossew - Der aus Bulgarien stammende Wenko Bossew (1914-1995) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Als selbständiger Architekt entwarf er unter anderem für die Gemeinde Wien die Wohnhausanlage Grüngasse 14 in 1050 Wien (1981-1984). In einer größeren Architektengemeinschaft entstanden in den Jahren 1966 bis 1967 die Gemeindebauten Krottenbachstraße 104 und 110. Bossew war auch an der Errichtung vom Harry-S.-Truman-Hof in Wien 23 (Rudolf-Zeller-Gasse 5-11, 1956-1963) beteiligt.

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