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Franzensgasse 17

Fakten

Franzensgasse 17

Franzensgasse 17, 1050 Wien

Baujahr: 1976-1977

Wohnungen: 23

Architekt: Ludwig Hammerschmid

Weitere Adressen

Grüngasse 5, 1050 Wien

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Bis vor der Parzellierung und der Anlegung der einzelnen Gassen im Jahr 1826 war die Franzensgasse Teil des Margaretener Schlossgartens. Bis 1830 wurde das weitläufige Areal dann mit vorstädtischen, biedermeierlichen Wohn- und Zinshäusern, teilweise mit Höfen und Gärten versehen, bebaut. Der bis heute gut erhaltene Biedermeierbestand gehört zu einem einheitlichen städtebaulichen Konzept aus dem frühen 19. Jahrhundert.

Im Erdgeschoß des Wohnhauses, im Bereich der Stiege 2, werden die ursprünglich für einen Pensionistenklub konzipierten Räume heute von einem Kindertagesheim genützt.

Die Architektur

Die Eckparzelle wurde an den Straßenfronten Franzensgasse und Grüngasse mit einem fünfgeschoßigen Wohnhaus verbaut, dessen Fassade jeweils sechs Achsen breit ist. Die beiden Straßentrakte sind zur Gänze unterkellert, auch der Hof ist teilweise unterkellert und wird zudem für PKW-Abstellplätze genutzt. Der gemeinsame Hauseingang für Stiege 1 und 2 befindet sich in der Franzensgasse, daneben liegt die Einfahrt zur Garage, die man über eine Rampe mit 25% Gefälle erreicht. Das Kellergeschoß enthält neben den Parteienkeller auch einen Trafo-Raum für die Städtischen E-Werke. Im Erdgeschoß befinden sich die Räumlichkeiten für ein Kindertagesheim, eine zentrale Waschküche, ein Müllraum sowie ein neben dem Hauseingang gelegener Kinderwagenabstellplatz.
Markantes Thema des Gebäudes sind die optisch zu einem Fensterband zusammengefassten Öffnungen in den oberen Etagen. Die Straßenfront an der Franzensgasse wird zusätzlich durch einen über zwei Fensterachsen reichenden Mittelrisaliten betont. Ein Teil der Fensterpfeiler, das Erdgeschoß wie auch das zurückgesetzte Stiegenhaus in der Grüngasse sind farblich kontrastierend zur restlichen Edelputzfassade gehalten. Die Fassaden werden durch ein Satteldach mit auskragendem Hauptgesims abgeschlossen. Der großzügige Hofraum ist gärtnerisch gestaltet und verfügt neben Sitzplätzen für die Bewohner auch über einen Kinderspielplatz für die Kleinsten.

Der Name

Die seit 1862 bestehende Verbindung zwischen Rechter Wienzeile und Schönbrunner Straße verdankt ihren Namen Kaiser Franz I. (1768-1835), der von 1792 bis 1806 römisch-deutscher Kaiser (Franz II.) und ab 1804 österreichischer Kaiser (Franz I.) war.

Sanierung

von 1995 bis 1996

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1995 und 1996 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Ludwig Hammerschmid - Ludwig Hammerschmid (1911-2001) war vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften an der Errichtung mehrerer großer Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien beteiligt, wie etwa der Anlagen Thürnlhofstraße 20-24 in Wien 11 (1971/72) und Pantucekgasse 9-11 (1972/73) und 33 (1969/70) in Wien 11. Das Wohnhaus Franzensgasse 17 in Wien 5 (1976/77) plante er eigenständig.

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