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Hofgasse 2

Fakten

Hofgasse 2

Hofgasse 2, 1050 Wien

Baujahr: 1955-1956

Wohnungen: 17

Architekt: Anton Dolenz

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Hofgasse liegt im Bereich des ehemaligen Kleinen Margaretener Schlossgartens. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde erstmals ein Gutshof genannt, der den Namen "Niederer Hof" trug. Der Gutsweiler, der den Ausgangspunkt für die Entwicklung der Vorstadt Margareten bildete, wurde von den Türken 1529 in Brand gesteckt - eine Gedenktafel am Margaretenhof erinnert daran. 1555 erwarb der Erzbischof von Gran, Nikolaus Olai, den Besitz. Der Bischof ließ nicht nur den Hof (samt einer der heiligen Margarete von Antochia geweihten Kapelle) teilweise neu erbauen, sondern legte auch in Folge den späteren Schlossgarten an.

Die Architektur

Das fünfgeschoßige Wohnhaus samt ausgebautem Dachgeschoß wurde städtebaulich an reizvoller Stelle längs der Hofgasse in unmittelbarer Nähe zum Margaretener Hof errichtet. Umgeben von Bebauungsresten aus der Biedermeier- und Gründerzeit hebt sich der Baukörper bereits durch seine schlichte und formneutrale Ausführung von den benachbarten Wohnhäusern ab. Markantestes Merkmal des Baus ist der straßenseitig teilweise bis zur Baulinie geführte, über drei Geschoße reichende Vorbau an der rechten Gebäudeseite, der die Gebäudehöhe des benachbarten Biedermeierhauses aufnimmt, während der restliche Baukörper von der Baulinie etwas zurückweicht. Die strukturelle Klarheit und die Kunst der Beschränkung auf wenige Details, maßgeblich für die Gemeindebauarchitektur der 1950er-Jahre, setzen sich auch in der Fassadengestaltung fort. Die einfach in die Leibung eingeschnittenen, quadratischen Fenster bestimmen die Fassade rhythmisch, die hellen Putzstreifen rund um diese Öffnungen erscheinen durch die Jahre bereits verblasst. Eine dem Stil des Hauses angepasste, diskret in die Dachlandschaft integrierte Gaupe rundet den Bau nach oben hin ab.

Der Name

Die Hofgasse existiert seit ca. 1798 und wurde nach dem Gutshof und dem Schloss Margareten benannt. Der Gutshof, erstmals 1303 erwähnt und später zum Margaretener Schloss ausgebaut, fungierte gleichzeitig auch als Namensgeber der Vorstadt.

Sanierung

von 1999 bis 2000

Der Einbau der Aufzüge erfolgte bereits 1987/88 im Zuge von Sanierungsmaßnahmen. Die Kosten dafür beliefen sich auf 95.419 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden. Eine umfassende Sanierung wurde in den Jahren 1999 und 2000 durchgeführt. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Anton Dolenz - Anton Dolenz (1884-1974) studierte von 1904 bis 1911 Bauingenieurswesen an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1912 die 2. Staatsprüfung ablegte. Nach seinen Plänen wurden unter anderem die kommunalen Wohnhäuser Hofgasse 2 in Wien 5 (1955/56) und Elisenstraße 28-30 in Wien 23 (1958/59) errichtet.

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