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Leopold-Rister-Gasse 5

Fakten

Leopold-Rister-Gasse 5

Leopold-Rister-Gasse 5, 1050 Wien

Baujahr: 1954-1957

Wohnungen: 104

Architekt: Ladislaus Hruska

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 m² auf 55 m² angehoben.

Geschichte

Symbolisch für den Aufbruch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1954 bis 1957 das erste Wiener städtische Wohnhochhaus errichtet: Mit 20 Stockwerken und insgesamt 108 Wohnungen sollte es das Zentrum der Wohnhausanlage Theodor-Körner-Hof bilden. Badezimmer, Zentralheizung, Lastenaufzug und Müllschächte machten aus dem Haus etwas Besonderes.

Die Architektur

Es gibt nur wenige Bauten vom Anfang der 1950er-Jahre, die eine typische Handschrift tragen. Doch am Matzleinsdorfer Platz schufen die Architekten Aufregendes: einen "Wolkenkratzer" mit (heute) 104 Wohnungen und 15 Geschäftslokalen sowie einem Dachgeschoß mit Terrasse und Tanzcafé. Der Grundriss des Hochhauses ist beinahe rechteckig. Die nordöstlich gelegene Hauptfassade zeigt einen hell gehaltenen Mittelrisalit. Das Gebäude ist an seiner südwestlichen Seite etwa breiter und wiederholt hier die Gestaltung der Hauptfassade. Glasbausteine, Mosaikfliesen und Terrazzoböden prägen das Innere. Die unterschiedlichen Muster der Mosaike und Terrazzobeläge verleihen jedem Stockwerk ein individuelles Aussehen. Einfache Glastüren trennen die Stiegenhäuser von den Stockwerksplattformen und schaffen einen Vorraum zu Wohnungen und Liftanlagen. Durch eine Glasbausteinfront fällt Licht ins Stiegenhaus.

... und die Kunst

Die Ornament- und Widmungstafel stammt von Ernst Paar (1956/57). Josef Seebacher schuf das Torfeldmosaik am Hauseingang (1957).

Der Name

Matzleinsdorf war bis 1850 Vorstadt von Wien. Einst wurde auf dem Platz der Heu-, Stroh- und Pferdemarkt abgehalten.

Prominente Bewohner

In den 1950er-Jahren wohnten "Krone"-Herausgeber Hans Dichand und der spätere Bürgermeister Helmut Zilk in diesem Wohnhaus.

Sanierung

von 2000 bis 2011

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2000 bis 2003 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde das Haus an die Fernwärme Wien angeschlossen. In den Jahren 2010/11 efolgten weitere Sanierungsmaßnahmen, um einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen.

Architekten

Ladislaus Hruska - Ladislaus Hruska (1912-1983) schloss 1946 sein Studium an der Technischen Hochschule Wien ab. Er widmete sich in erster Linie dem römisch-katholischen Sakralbau und plante mit der Pfarrkirche Am Gatterhölzl (Hohenbergstraße 42, Wien 12) den ersten großen Kirchenbau der Nachkriegszeit. Er realisierte aber auch einige Profanbauten wie zum Beispiel das Hochhaus am Matzleinsdorfer Platz in Wien 5, Leopold Rister-Gasse 5 (1955-1964, zusammen mit Kurt Schlauß).

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