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Schönbrunner Straße 101

Fakten

Schönbrunner Straße 101

Schönbrunner Straße 101, 1050 Wien

Baujahr: 1952-1953

Wohnungen: 17

Architekt: Alexis Franken

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Auf dem Areal der Liegenschaft befand sich einst eine Volksschule, die während des Zweiten Weltkrieges durch Bomben schwer beschädigt wurde. Margareten war einer der ersten Bezirke, die nach Ende des Krieges vom Schutt der Zerstörung durch die Bombenabwürfe geräumt wurden; die historischen Fassaden der Schule wurden jedoch nicht wieder hergestellt. Stattdessen beauftragte man einige Jahre später den Architekten Alexis Franken mit dem Entwurf einer neuen Wohnanlage, die 1953 schließlich fertig gestellt und den neuen Mietern übergeben werden konnte.

Die Architektur

Die Schließung der schmalen Baulücke entlang der Schönbrunner Straße wurde in Anlehnung an charakteristische Elemente von Wohnbauten der Zwischenkriegszeit gelöst. Das Gebäude ist zur Gänze unterkellert und sechsgeschoßig. Dominant gestalten sich Sockel- und Dachzone, während die glatte Fassade der Hauptgeschoße mit den einfach in die Laibung gesetzten Fensterreihen schlicht und neutral wirkt. Das Sockelgeschoß ist hingegen genutet. Der Mittelteil des Gebäudes tritt flach hervor und umfasst das Stiegenhaus mit halbstockversetzten Fenstern sowie eine eingezogene Freitreppe vor dem Eingang.

Der Baukörper mit der sechs Achsen breiten Fassade wird nach oben hin durch ein vorkragendes Dachgesims abgeschlossen und von einem Satteldach mit je einer Gaupe pro vertikaler Fensterreihe überhöht. Ein einfacher, sehr schmaler Hof ohne Grünbepflanzung liegt an der Rückseite des Gebäudes.

Der Name

Die Schönbrunner Straße, eine über drei Bezirke angelegte Verbindung (5., 12., 13. Bezirk), die zum Schloss Schönbrunn führt, existiert seit 1898. Ursprünglich hieß sie Lange Gasse, dann Hundsturmer Straße, später Gaudenzdofer Hauptstraße und zuletzt Meidling-Schönbrunner Straße.

Sanierung

von 1996 bis 1996

Bei der Wohnhausanlage konnten 1996 durch die Erneuerung von Fenstern und Türen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Alexis Franken - Der in Belgien geborene Alexis Franken (1921-1969) studierte Architektur in Brüssel, wo er zunächst auch als Architekt tätig war. 1948 kam Alexis Franken nach Wien. Hier arbeitete er vorwiegend an veschiedenen Großprojekten von Georg Lippert mit, entwarf aber auch eigenständig zahlreiche Wohnbauten, wie etwa die Wohnhausanlage "Ursulinenhof" in Wien 18, Gentzgasse 14-20. Alexis Franken war auch an der Planung zum Hauptgebäude der Arbeiterkammer in Wien 4, Prinz-Eugen-Straße 20-24 (1957-1960) beteiligt.

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