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Margaretenstraße 104

Fakten

Margaretenstraße 104

Margaretenstraße 104, 1050 Wien

Baujahr: 1889-1889

Wohnungen: 12

Architekt: Joseph Schneider

Weitere Adressen

Ramperstorffergasse 55, 1050 Wien

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Nach Plänen von Baumeister Joseph Schneider und unter Bauherrn M. Hasenöhrl wurde im Jahr 1889 das Mietshaus in der Margaretenstraße 104 errichtet. Als typisches Bauwerk der damaligen Zeit handelt es sich dabei um ein Seitenflügelhaus mit halbrundem Stiegenhauskern und einem schmalen Innenhof, der zum Nachbarhaus hin abgrenzt und wenig natürlichen Lichteinfall bietet.

Unter Joseph Schneider entstand unter anderem 1899 auch die Aufstockung des aus dem Jahr 1850 stammenden Biedermeierhäuschens in der Schönbrunner Straße 56, das jedoch im Jahr 2000 abgerissen wurde. Das angrenzende, spätgründerzeitliche Nachbarhaus auf Nr. 106 wurde 1905 nach Plänen von Karl A. Benirschke und Rudolf Witshart erbaut. Auf Nr. 108 stand ursprünglich ein um 1839 von Baumeister Joseph Kastan geplantes Wohnhaus mit schlichter, spätbiedermeierlicher Fassadengestaltung. Heute befindet sich an dieser Stelle eine von Werner Obermann Mitte der 1990-Jahre errichtete Wohnhausanlage der Gemeinde Wien.

Die Architektur

Die viergeschoßige Anlage aus der Gründerzeit besteht aus einer straßenseitigen Blockrandbebauung und einem Seitenflügel in der Margaretenstraße. Das Gebäude ist klassisch dreigeteilt in Erdgeschoß, Haupt- und Attikageschoß, die einzelnen Stockwerke sind jeweils durch Gesimse voneinander getrennt. Der Haupteingang befindet sich in der Ramperstorffergasse; im modernisierten Erdgeschoß sind Geschäftslokale untergebracht.
An der abgeschrägten Hausecke erstreckt sich ein risalitartiger Erker über die beiden Hauptgeschoße. Die Erkerachsen sind genutet und mit barocken Fensterverzierungen versehen. Ebenso barock sind die Fensterbänke in den Hauptgeschoßen, die Fenster weisen gerade Verdachungen auf. Im Attikageschoß hingegen finden sich einfache Umrahmungen mit Keilsteinen sowie an der betonten Hausecke doppelte Rundbogenfenster im Renaissancestil. Bekrönt wird das Gebäude von einem durch Plattendekor geschmückten Kranzgesims, auf das am Hauseck eine Balustrade mit kleinen dekorativen Säulen aufgesetzt ist.

Der Name

Die seit ca. 1900 unter diesem Namen bekannte Margaretenstraße führt durch zwei Bezirke (Wieden und Favoriten) und trug im Laufe ihres langen Bestehens die unterschiedlichsten Bezeichnungen. Teilabschnitte hießen da etwa Adlergasse, Neu-Wiedner-Straße, Griesgasse, Reinprechtsdorfer Hauptstraße, Obere Schlossgasse, Ziegelgasse oder Obere Bräuhausgasse. Der Name leitet sich von dem ehemaligen Vorort Margareten ab, der nach einer der Hl. Margareta von Antiochia geweihten Kapelle benannt wurde.

Sanierung

von 1986 bis 1988

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1986 bis 1988 gänzlich saniert. Die Arbeiten umfassten eine Neudeckung des Daches sowie die Instandsetzung von Fassade, Fenstern und Türen. Die Kosten beliefen sich auf 961.098 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Joseph Schneider - Keine biografischen Daten vorhanden.

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