Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Graf-Starhemberg-Gasse 40-42

Fakten

Graf-Starhemberg-Gasse 40-42

Graf-Starhemberg-Gasse 40-42, 1040 Wien

Baujahr: 1958-1961

Wohnungen: 76

Architekt: Alfred Kraupa

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die heute bestehende Anlage wurde anstelle von zwei Vorgängerbauten errichtet, die im Zweiten Weltkrieg durch Bombentreffer vollständig zerstört worden waren. Das Haus Graf-Starhemberg-Gasse 42 wurde 1886 erbaut, das Nachbarhaus in der Graf-Starhemberg-Gasse 40 datierte aus dem Jahr 1904. Als Architekt dieses Wohnhauses gilt Max Fabiani, einer der wichtigsten Mitarbeiter Otto Wagners. Die ursprüngliche Baubewilligung für das neue Wohnhaus von Alfred Kraupa stammt bereits aus dem Jahr 1952, nach Ablauf der Gültigkeitsdauer wurde sie 1958 nochmals erneuert.

Die Architektur

Die siebengeschoßige Wohnhausanlage besteht aus einem 16-achsigen Straßentrakt und einem separaten Gebäude im begrünten Innenhof. Der mittlere Teil des Vordertraktes wird durch lange Balkonbänder und einen helleren Farbton gegliedert, während die vorspringenden, um ein Geschoß niedrigeren Seitenrisalite als reine Lochfassade gestaltet sind. Diese beiden Bauteile werden lediglich durch ihre Farbgebung sowie den Rücksprung im sechsten Obergeschoß und die Geländer der abschließenden Terrassen akzentuiert. An der linken Gebäudegrenze liegt die Hofdurchfahrt, die durch die seitliche Anordnung von drei schmalen, hochrechteckigen Fensterschlitzen zusätzliche Betonung erfährt. Der kleinere Gebäudetrakt im Innenhof weist an der dreiachsigen Schmalseite Balkone auf, während die Breitseiten über Eckloggien verfügen.

Der Name

Die Gasse trägt ihren Namen seit dem Jahr 1938, ursprünglich hieß sie Karolygasse bzw. später Starhemberggasse. Namensgeber ist Feldmarschall Ernst Rüdiger Graf Starhemberg (1638-1701), der sich 1664 in der Schlacht bei St. Gotthard gegen die Türken auszeichnete und 1683 auch die Verteidigung Wiens leitete.

Sanierung

von 2006 bis 2008

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2006 bis 2008 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 665.000 Euro, davon konnten 221.666 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Alfred Kraupa - Alfred Kraupa (1886-1969) studierte von 1910 bis 1913 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Friedrich Ohmann, in dessen Büro er später auch mitarbeitete. Als selbstständiger Architekt in Wien entwarf er vor allem Schulen und baute Kliniken um. Sein bedeutendstes Werk ist das Hotel Erzherzog Rainer (Wien 4, Wiedner Hauptstraße 27-29).

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+