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Kardinal-Nagl-Platz 6

Fakten

Kardinal-Nagl-Platz 6

Kardinal-Nagl-Platz 6, 1030 Wien

Baujahr: 1992-1994

Wohnungen: 38

Architekt: Günther Oberhofer

Weitere Adressen

Kardinal-Nagl-Platz 7, 1030 Wien

Wohnen in Wien

In den 1990er-Jahren konzentrierte sich die Stadt Wien neben Sanierungsarbeiten auf die Stadterweiterung (21.000 Wohnungen in vier Jahren). Gemeinsam mit der Stadtplanung werden großflächig Siedlungsgebiete im Nordosten und Süden Wiens erschlossen. Die Gemeindebauten, die nun für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich sind, passen sich den heutigen Bevölkerungsstrukturen an und sparen durch eine nachhaltige Bauweise Betriebskosten und Energie.

Geschichte

Zu Ende des 14. Jahrhunderts siedelte Albrecht III. im Bereich des Kardinal-Nagl-Platzes eine Kolonie von Wollwebern und flämischen Gärtnern zur Rodung des Auwaldes an. Die erstmals 1389 mit 13 Häusern erwähnte Siedlung, wurde von ihren Bewohnern als "Nottendorf" (niederdeutsch für Dorf der Genossen) bezeichnet. Die Siedlung bewahrte bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihren dörflichen Charakter in der Stadt. Im Zuge der Assanierung wurden die großteils ebenerdigen Hofanlagen demoliert und der Kardinal-Nagl-Platz mit den umliegenden Wohnhäusern angelegt.
An der Stelle des Wohnhauses stand seit 1902 der nach seinem Bauherrn benannte Kühnelhof. Das fünfgeschoßige Miethaus mit späthistoristischer Fassade wurde 1990 demoliert und durch den Neubau ersetzt.

Die Architektur

Die siebengeschoßige Wohnhausanlage nimmt die repräsentative Stelle seines Vorgängerbaus am Kardinal-Nagl-Platz ein. In die vom Straßenniveau bis zum Dachgeschoß glatt hochgezogene Fassade sind links die Zufahrt in die Tiefgarage und ein Geschäftslokal eingeschnitten. Rechts ist ein Geschäftsbüro mit einem großen Auslagefenster eingerichtet. In der zentralen Achse wird die Fassade durch die Entlüftungsanlage der Tiefgarage aufgebrochen. Hier befindet sich auch der durch ein gelbes Vordach markierte Hauseingang. Darüber streben zwei Rohre hoch, die in einer aufgesetzten Box münden. Flankiert werden die Rohre von verglasten Eckerkern, die im obersten Geschoß als Balkone ausgebildet sind. Darüber erhebt sich etwas zurückversetzt das ausgebaute Dachgeschoß, das aus dem flachen Satteldach hervorbricht und wie zur Bekrönung von einer offenen, flachen Konstruktion überfangen wird. Die Wand hinter den Rohren ist von Glasbausteinen durchzogen, die dem Stiegenhaus als Lichtquelle dienen. Sie unterstreichen zusätzlich das konstruktivistische Erscheinungsbild des Wohnhauses.

Der Name

1914 wurde der vormals als Thomasplatz bezeichnete Platz nach Kardinal Franz Nagl (1855-1913) benannt. Nagl wurde 1911 zum Erzbischof der Erzdiözese Wien ernannt und im gleichen Jahr ins Kardinalskollegium aufgenommen. Er veranlasste den Umbau des Waisenhauses in der Boltzmanngasse Wien 9, in dem seit 1914 das Wiener Priesterseminar untergebracht ist.

Prominente Bewohner

Im ehemaligen Haus Nr. 7 (Kühnelhof) am Kardinal-Nagl-Platz verbrachten Maria (1926-2005) und Maximilian Schell (geb. 1930) ihre ersten Lebensjahre, bevor sie 1938 mit ihren Eltern und zwei weiteren Geschwistern in die Schweiz emigrierten.

Architekten

Günther Oberhofer - Günther Oberhofer (geb. 1939) war nach dem Abschluss seines Architekturstudiums an der Technischen Universität Wien 1965 für verschiedene Architekturbüros tätig. 1978 gründete er sein eigenes Büro. Für die Stadt Wien realisierte er mehrere Projekte, darunter den Federico-Garcia-Lorca-Hof (Schliemanngasse 25, Wien 21, gemeinsam mit Wolfgang Eder) und das Wohnhaus Haberlgasse 86 (Wien 16, gemeinsam mit Josef Krawina).

Freie Garagenplätze

Art Miete
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