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Haidingergasse 24

Fakten

Haidingergasse 24

Haidingergasse 24, 1030 Wien

Baujahr: 1989-1991

Wohnungen: 25

Architekt: Friedrich Moser

Weitere Adressen

Göllnergasse 16, 1030 Wien

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Im Bereich Haidingergasse/Rüdengasse stand bis ins 19. Jahrhundert der Rüdenhof. Auf dem Hof waren seit dem 12. Jahrhundert die Hofjäger und Rüdenmeister untergebracht, die die Jagdhunde der Babenberger bzw. später der Habsburger pflegten. Bis zu 400 Hunde wurden im Rüdenhof gehalten. Erst 1772 ging das Gelände in den Besitz der Erdberger Gärtner über, die den Grund unter sich aufteilten. 1872 wurde der Rüdenhof abgerissen.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage erstreckt sich an der Ecke Haidingergasse/Göllnergasse. Der Trakt an der Haidingergasse ist durch eine Höhenstufung, verursacht durch das leicht ansteigende Gelände, in zwei Blöcke getrennt. Am linken, etwas breiteren Block befinden sich einer der beiden Hauseingänge und die Einfahrt zur Tiefgarage. Die zentrale Achse wird im Erdgeschoßbereich durch ein schmales, hohes Fenster markiert, über dem in einer vertikalen Linie kleine Rundfenster angeordnet sind. Dahinter verbirgt sich das Stiegenhaus, das durch einen Dachausbruch turmartig überhöht wird. In Anlehnung an die expressionistische Architektur des Roten Wien der 1920er-Jahre sind die seitlichen Fensterachsen spitz vor die Fassadenflucht gezogen. Bemerkenswert ist, dass sich hinter diesen "Erkerfenstern" jeweils zwei Räume befinden, die sich das Fenster teilen. Kleine quadratische Fenster durchbrechen die Fassadenfront zusätzlich. Am schmäleren Block wird die zentrale Achse spitz vorgezogen. Der zweite Eingang liegt an der eingeschnittenen Gebäudeecke, in die großzügige Verandafenster eingesetzt sind. Von der Göllnergasse erfolgt der Zugang zur Arztpraxis. Auch hier sind zwei Fensterachsen vor die Fassadenflucht gezogen. Die Hoffront der L-förmigen Anlage wird durch drei spitz verdachte Erkerachsen gegliedert.

Der Name

Die Haidingergasse wurde 1874 nach dem Geologen und Mineralogen Wilhelm Ritter von Haidinger (1795-1871) benannt. Er begründete die "kaiserlich-königliche Geologische Reichsanstalt" Wien (heute Geologische Bundesanstalt), deren Direktor er 17 Jahre lang war. In Neuseeland trägt ein Berg seinen Namen, auf dem Mond ist ein Krater nach ihm benannt.

Architekten

Friedrich Moser - Friedrich Moser (geb. 1926) studierte Architektur an der TH Graz. Das Doktorat folgte an der TU Wien, wo er später eine Professur für Örtliche Raumplanung innehatte. Von 1989 bis 1991 war er Rektor der Technischen Universität Wien. Moser ist Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens der Republik Österreich.

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