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Löwengasse 5

Fakten

Löwengasse 5

Löwengasse 5, 1030 Wien

Baujahr: 1979-1981

Wohnungen: 12

Architekt: Ernst H. Huss

Wohnen in Wien

Zwischen 1978 und 1981 wurde zur Wohnungsverbesserung in Wien insgesamt ein Darlehensvolumen für über 48.000 Wohnungen zugesichert. 39 Wohnanlagen wurden fertig saniert, an weiteren 86 mit einem Kostenaufwand von 52 Mio. Euro gearbeitet. Zusätzlich wurden über 6.000 neue Wohnungen fertig gestellt. Die Architektur wandelte sich - dank des technischen Fortschritts in der Plattenbauweise - vom Zeilenbau hin zu flexibler gestalteten Anlagen mit individuellem Charakter und mieterfreundlichen Grundrissen. Gleichzeitig verstärkte sich das Mietermitspracherecht und serviceorientierte Wohnungsberatungszentren wurden etabliert.

Geschichte

Bereits im 13. Jahrhundert gab es entlang eines Seitenarms der Donau im Bereich der Löwengasse eine Besiedelung durch Gärtner, Fleischhauer und Darmwäscher. Im späten 16. Jahrhundert zogen auch die aufgrund der Geruchsbelästigung aus der Stadt verwiesenen Weißgerber und Lederer hierher, weshalb das Gebiet bald als "Unter den Weißgerbern" bezeichnet wurde. Die Löwengasse ist einer der ältesten Straßenzüge im Weißgerberviertel. Sie wurde allerdings erst zur Weltausstellung im Wiener Prater 1873 reguliert und gepflastert, um hier eine Linie der Pferdebahn vom Stubenring zur Rotundenbrücke führen zu können.

Die Architektur

Die Fassade der Wohnhausanlage wird durch vier breite Fensterachsen strukturiert, von denen die beiden zentralen Achsen trapezförmig über die Baulinie vorgezogen sind. Die farbliche Gestaltung unterstreicht diese Gliederung, die sich auch im Erdgeschoß fortsetzt. Dort ist das Gebäude unterhalb der Fensterachsen in vier gleich große Öffnungen aufgebrochen. Diese markieren die Durchfahrt zum Hinterhof, den Zugang zum Stiegenhaus und ein Geschäftslokal mit verglastem Geschäftsraum. Die Wandfelder zwischen den Einschnitten sind etwas hinter die Fassadenflucht pfeilerartig abgesetzt. Mit den Fassadenflächen zwischen den Fensterachsen fügen sie sich zu vom Straßenniveau bis zum Dachgesims durchgezogenen vertikalen Wandbändern zusammen, die dem Bau trotz der großen Öffnungen Massivität verleihen. Die glatte Hoffassade wird nur durch die unterschiedlichen Fenstergrößen rhythmisiert. Im offenen Erdgeschoßbereich des Hofes sind Autoabstellplätze untergebracht.

Der Name

Die Löwengasse ist seit 1873 nach dem Hausschild "Zum goldenen Löwen" benannt. Das betreffende Haus fand bereits im 17. Jahrhundert an der Stelle der heutigen Anschrift Löwengasse 39 Erwähnung.

Sanierung

von 2005 bis 2005

Die Wohnhausanlage wurde 2005 teilweise saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Ernst H. Huss - Ernst H. Huss (geb. 1941) studierte von 1958 bis 1964 an der Technischen Hochschule Wien, unter anderem bei Prof. Karl Schwanzer. Nach dem Studium war er im Büro von Heikki Siren in Helsinki tätig, seinem großen Lehrmeister und Vorbild. Dort wurde ihm die "Romantik der geraden Linie" und das Einbeziehen der Natur in den gebauten Raum gelehrt. Zurück in Wien gründete er 1970 das Architekturbüro Huss, seit 2006 in Bürogemeinschaft mit Andreas Hawlik. Zu seinen bedeutendsten Werken in Wien gehören das "Atterseehaus" (Mariahilfer Straße 78-80, Wien 7, 1995/1996) und das Columbus Center (Columbusplatz 7-8, 1100 Wien, 2002-2005).

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