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Erdbergstraße 140-144

Fakten

Erdbergstraße 140-144

Erdbergstraße 140-144, 1030 Wien

Baujahr: 1962-1963

Wohnungen: 32

Architekt: Rudolf Brandstätter

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die Wohnhausanlage liegt am Fuße eines Steilhanges, der noch heute von der frühmittelalterlichen, aus Erde gestampften Befestigungsanlage zeugt, die bereits 1192 als Ertpurch Erwähnung fand, als hier Richard Löwenherz gefangen genommen wurde. In ihrem Umfeld bildete sich schon früh ein bäuerliches Dorf, aus dem das heutige Erdberg hervorging. Bis ins 19. Jahrhundert war die Erdbergstraße von ebenerdigen Hofanlagen geprägt, die zum Teil erst nach 1945 im Zuge der Assanierung durch moderne, mehrgeschoßige Wohnhausanlagen ersetzt wurden.

Die Architektur

Das Wohnhaus erstreckt sich mit seinen zwei Stiegen entlang der Erdbergstraße. Das Erdgeschoß ist als Geschäftszone ausgebildet. Darüber liegen fünf Wohngeschoße und das zur Rückseite hin ausgebaute Dachgeschoß. Die Fensterreihen sind in dunkleren Kratzputzbändern eingefasst, die Wandfelder dazwischen sind mit glattem, hellem Putz versehen. Die breiten Stiegenhausfenster sind in die hellen Putzbänder zwischen den Fensterreihen eingefasst und passen sich so der horizontalen Gliederung an; durch ihre senkrechte Unterteilung und die darüber liegenden Dachausbrüche setzen sie jedoch auch vertikale Akzente. Unterstützt wird diese Gliederung durch die rhythmische Anordnung kleiner und größerer Fensterachsen. Der Zugang zu den Stiegenhäusern erfolgt über den Hinterhof, zu dem man durch eine schlicht eingeschnittene Einfahrt gelangt. Der begrünte Hof wird zum Teil als Autoabstellplatz genutzt. Der Verputz an der Rückseite des Gebäudes ist einheitlich gestaltet. Durch langgezogene Balkone wird jedoch auch hier die horizontale Linie betont.

Der Name

Zur Wahrung des alten Vorstadtnamens "Erdberg" wurde die Verbindungsstraße zwischen der ehemaligen Vorstadt und Wien durchgehend "Erdbergstraße" benannt. Bis 1862 bezeichnete man sie stadteinwärts "Erdberger Hauptstraße" und stadtauswärts "Antonsgasse". Noch 1899 trug die Straße abschnittsweise den Namen "Mitterweg".

Sanierung

von 1999 bis 2000

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen wurde die Wohnhausanlage bereits 1989/90 an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten dafür beliefen sich auf 51.307 Euro, davon konnten 30.784 Euro durch Förderungen gedeckt werden. 1999/2000 erfolgten die Instandsetzung des Daches sowie die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Rudolf Brandstätter - Rudolf Brandstätter (geb. 1924) studierte bis 1955 an der Technischen Hochschule Wien und arbeitete danach im Büro von Heinrich Hrdlicka und Josef Wöhnhardt. Als selbständiger Architekt war er vor allem im Wohnbau tätig. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem die Wohnhausanlagen Herbortgasse 42 in Wien 11 (1958/59) und Erdbergstraße 140-144 in Wien 3 (1962/63).

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