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Rudolf-Köppl-Hof

Fakten

Rudolf-Köppl-Hof

Eipeldauer Straße 40, 1220 Wien
Saikogasse 4, 1220 Wien
Saikogasse 7, 1220 Wien

Baujahr: 1966-1967

Wohnungen: 1314

Architekt: Oskar Payer, Peter Payer

Weitere Adressen

Anton-Sattler-Gasse 115, 1220 Wien

Saikogasse 6-8, 1220 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die Wohnhausanlage Rudolf-Köppl-Hof wurde von der gemeindeeigenen Plattenbaufirma Montagebau Wien GmbH auf davor landwirtschaftlich genutztem Gebiet errichtet.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage zählt zur ersten Generation der Wiener Plattenbausiedlungen, die vorrangig durch die frei stehende Zeilenbebauung gekennzeichnet ist. Die geradlinigen Baukörper stehen ausschließlich parallel bzw. orthogonal zueinander und sind Ausdruck rationellster Bauweise. Die Abstände zwischen den einzelnen Gebäuden wurden häufig durch die Dimension der Montagekräne bestimmt. Die Wohnhausanlage besteht aus elf Wohnblöcken mit neun Geschoßen sowie zwölf viergeschoßigen Wohngebäuden, wobei sieben der viergeschoßigen Blöcke orthogonal zur Saikogasse bzw. zur Anton-Sattler-Gasse angeordnet sind. Parallel dazu stehen am nordöstlichen Siedlungsrand - begrenzt durch die stark frequentierte Eipeldauer Straße - vier neungeschoßige Wohnblöcke, quasi zur Lärmabschottung. Südlich dieses "Schildes" befindet sich eine Infrastrukturzone, bestehend aus einem Einkaufszentrum, einem Kindergarten und dem kath. Kirchenbau "Auferstehung Christi" von Architekt Karl Schwanzer. Zwischen den öffentlichen Einrichtungen und den oben genannten viergeschoßigen Wohngebäuden stehend, runden weitere fünf neungeschoßige Wohnblöcke - parallel zur Saikogasse angeordnet - sowie zwei "Neugeschoßer" westlich der Saikogasse das Bebauungskonzept der Wohnanlage ab. Die Wohngebäude sind allesamt unterkellert, wobei der Keller ein halbes Geschoß aus dem Terrain ragt, was wiederum die - auch farblich abgesetzte - Sockelzone bildet. Durch die bereits durchgeführte thermische Sanierung ist die für die Fertigteilbauweise typische Fassadenrasterung nicht mehr sichtbar. Die Loggien der Wohngebäude sind zur Gänze in die Blockkubatur integriert, die östlich ausgerichteten Loggien sind um 40 cm aus der Gebäudeflucht vorgesetzt, was den Gebäuden mehr Plastizität verleiht. Die den Loggien jeweils gegenüberliegenden Fassaden der neungeschoßigen Gebäude dominieren je Stiegenhaus vorgesetzte Lifttürme, die auch zugleich - in Kombination mit von zwei Stahlsäulen gestützten Betonvordächern - die Eingänge markieren. Die beiden Giebelseiten sind aufgrund der Addierbarkeit der einzelnen Häuser fensterlos.

... und die Kunst

Zwischen den beiden mittleren neungeschoßigen Wohnblöcken steht die aus getriebenem Kupfer gestaltete Plastik "Karyatide" von Rudolf Kedl aus dem Jahr 1967. Im mittleren Bereich der Infrastrukturzone befindet sich die Stahlblechplastik "Prismenfigur" von Alois Heidel, ebenfalls aus dem Jahr 1967. Die Außenwandplatten, in welchen sich die Hauseingangstüren befinden, sind noch original mit einer Glasmosaikoberfläche versehen. An dieser sind auch die künstlerisch gestalteten Hauszeichen befestigt. Diese sollen aufgrund der Uniformität der Fertigteilbauten den Bewohnern als Orientierungshilfe dienen. Für die insgesamt 83 Hauseingänge haben unter anderem die Künstler Hannes Neubauer, Otto Beckmann, Romulus Candela, Valentin Oman, Brigitta Seely-Antonopoulos und Hans Staudacher eine größere Anzahl an Hauszeichen gestaltet.

Der Name

Von 1946 bis 1959 war Rudolf Köppl (1913-1982) Bezirkssekretär der SPÖ-Donaustadt, bevor er im Jahr 1959 Leopold Horacek (1907-1977) als Bezirksvorsteher des 22. Bezirks folgte. Zu den größten Verdiensten in der bis 1977 dauernden Amtszeit Köppls zählen vor allem die vielen Wohnungsbauten sowie der Baubeginn der UNO-City Wien (1973-1979).

Sanierung

von 2000 bis 2003

Erste Sanierungsmaßnahmen wurden in der Wohnhausanlage bereits in den Jahren 1988 bis 1990 durchgeführt. Eine umfassende Sanierung folgte von 2000 bis 2003; dabei wurde die Anlage unter anderem mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Die Kosten beliefen sich auf 8.696.084 Euro, davon konnten 3.120.886 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Oskar Payer - Oskar Payer (1903-1973) erlernte zunächst das Tischlerhandwerk, bevor er die Staatsgewerbeschule in Wien besuchte. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte er sich vor allem für eine Verbesserung der Wohnkultur sowie auch für die Funktionalität der Wohnung selbst ein. Dies stellte er u.a. in zahlreichen Publikationen, wie z.B. "Die praktische Wohnungskunde", und als Obmann des Vereins "Die Frau und ihre Wohnung" unter Beweis. Für die Stadt Wien plante Oskar Payer gemeinsam mit seinem Sohn Peter Payer mehrere Tausend Wohnungen, allen voran die zahlreichen Montagebau-Wohnungen.

Peter Payer - Peter Payer wurde am 5. Dezember 1932 in Wien geboren. Er studierte Architektur an der Technischen Hochschule sowie an der Akademie der angewandten Kunst in Wien und diplomierte im Jahr 1956 bei Prof. Franz Schuster. Gleich seinem Vater Oskar Payer konzentrierte er sich auf die Verbesserung der Wohnkultur sowie die Rationalisierung des Wohnungsbaus. Zahlreiche Publikationen zeugen vom Engagement der beiden Architekten. Neben der Planung Tausender Wohnungen für die Gemeinde Wien entwarfen Oskar und Peter Payer auch Möbel und gründeten das Einrichtungshaus "Payer-Dekor". Im Jahr 1970 erhielten sie den Staatspreis für ein Sitzliegemöbel.

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