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Kleingasse 2

Fakten

Kleingasse 2

Kleingasse 2, 1030 Wien

Baujahr: 1959-1961

Wohnungen: 43

Architekt: Walter Totz

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

1955 begann der Abriss des als "Dörfel" bezeichneten Alt-Erdberg, das aus großteils ebenerdigen lang gestreckten Hofanlagen zwischen Baumgasse und Erdbergstraße bestand und bis 1918 zumeist von Fuhrwerkern und deren Familien bewohnt waren. 1963 waren anstelle von 120 ebenerdigen Substandardwohnungen im Bereich des heutigen Fiakerplatzes 692 Wohnungen mit Lokalen, Kindergärten und Jugendzentren errichtet worden. Im Zentrum des Assanierungsgebietes liegt der 1991 neu gestaltete Fiakerplatz.

Die Architektur

Der schlichte freistehende Bau erstreckt sich über drei Stiegen entlang des Hainburger Weges und ist hier wie ein begrenzender Querriegel zur offenen Verbauung des Adelpoller-Hofes gesetzt. Die Straßenseite des fünfgeschoßigen Blocks wird durch die drei Stiegenhäuser gegliedert, die leicht vor die Fassadenflucht gezogen und farblich abgesetzt sind. Mit ihren schmalen, hohen Fenstern setzen sie markante vertikale Akzente. Die Eingänge sind mit dezenten Vordächern versehen und mittels profilierter, abgestufter Laibungen gerahmt. Zwischen den Stiegenhäusern befinden sich je vier Achsen gleichförmiger Fenster, rechts und links der äußeren Stiegenhäuser je eine Fensterachse. Nach oben hin wird das Gebäude von einem durchgezogenen Dachgesims abgeschlossen, das die kompakte, schlichte Gebäudestruktur unterstreicht. Im Gegensatz dazu wird die Rückseite des Wohnhauses durch Achsen unterschiedlicher Fenstergrößen und Balkone rhythmisiert.

Der Name

Benannt wurde die Kleingasse 1862 nach dem Pädagogen Johann Wilhelm Klein (1765-1848), der sich vor allem um die berufsorientierte Erziehung von Sehbehinderten annahm, um diese so zu vollwertigen Mitgliedern der Arbeitswelt zu machen.

Sanierung

von 1989 bis 2010

Die Wohnhausanlage wurde bereits im Zuge von Sanierungsarbeiten in den Jahren 1989/90 an die Fernwärme Wien angeschlossen. Zwischen 2008 und 2010 erfolgte eine weitere Sanierung. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen; die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. 2010 wurde darüber hinaus ein Lift eingebaut. Die Gesamtkosten für die Sanierung betragen 612.998 Euro, 232.039 Euro konnten durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Walter Totz - Walter Totz (1892-1979) studierte Architektur bei Peter Behrens an der Akademie der bildenden Künste Wien. Unter anderem entwarf er für die Gemeinde Wien das Wohnhaus Kleingasse 2 in Wien 3 (1959-1961).

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