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Markhofgasse 6

Fakten

Markhofgasse 6

Markhofgasse 6, 1030 Wien

Baujahr: 1959-1961

Wohnungen: 29

Architekt: Hilde Filas

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Das Wohnhaus liegt auf dem Gelände des ehemaligen Erdberger Maiß. Dabei handelte es sich um ein Waldstück (im Volksmund "Mas" = Jungholz), das einst von einem Donauarm in großem Bogen etwa entlang den heutigen Straßenzügen Schlachthausgasse-Baumgasse-Franzosengraben umschlossen wurde und nur über eine schmale Holzbrücke an der Kreuzung Schlachthausgasse/Erdbergstraße zugänglich war. Bereits im 18. Jahrhundert hatten sich auf diesem fruchtbaren Boden Gärtner angesiedelt. Um 1800 wurde der Donauarm trocken gelegt, in der Folge der gesamte Erdberger Maiß gerodet und Gemüsegärten angelegt, die bis nach dem Zweiten Weltkrieg hier bestanden.

Die Architektur

Bestimmendes Element an der schlichten Gebäudefront sind die zwei leicht hinter die Fassadenflucht zurückversetzten Stiegenhäuser. Das umlaufende Dachgesims und die quadratischen Öffnungen im oberen Bereich setzen die turmartig überhöhten Stiegenhäuser vom restlichen Gebäude betont ab und lassen an Kirch- bzw. Wehrtürme denken. Die Putzfelder zwischen den Stiegenhausfenstern sind etwas erhaben und fügen sich in die Fensterreihen der Wohnräume ein, wodurch horizontale Akzente gesetzt werden. Die Fenster sind gleichmäßig und ohne Rahmen in die glatte Fassade eingeschnitten, nur an den äußersten, die Fassade einfassenden, Achsen sind sie kleiner. Die Türlaibungen der beiden Zugänge sind mit massiven Steinplatten ausgekleidet, die zur Rahmung markant vor die Fassadenflucht gezogen sind. Zusätzlich sind die Eingänge in rote Wandfelder eingebettet und mit abstrakten Mosaiken versehen. Die Durchfahrt zum als Parkplatz genutzten Hinterhof befindet sich an der linken Seite. Vier Fensterachsen mit vorgelagerten Balkonen rhythmisieren die ansonsten glatte Hoffassade.

... und die Kunst

Über den beiden Eingängen sind von Oskar Schmal gestaltete Mosaike (1959/60) mit "Byzantinischen Ornamenten" angebracht. Sie zeigen eine Kombination aus Spiral- und Rechteckmotiven.

Der Name

Die Markhofgasse ist nach Adolf Ignaz Mautner von Markhof (1801 - 1889) benannt. Er war Pächter des Brauhauses St. Marx, das er 1857 kaufte. 1843 stellte er erstmals untergäriges Bier her und lagerte es in neuen Kühlvorrichtungen, womit sein Erfolg gesichert war. Zahlreiche soziale Einrichtungen in Wien wurden von ihm gestiftet.

Sanierung

von 2007 bis 2011

Die Wohnhausanlage wurde zwischen 2007 und 2011 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch sollen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Hilde Filas - Hilde Filas (geb. 1922, ledig Friedrich) studierte von 1943 bis 1948 an der Technischen Hochschule Wien bei Karl Holey, Friedrich Lehmann und Erich Boltenstern. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst unter anderem in den Büros von Viktor Ruczka und Wilhelm Kroupa mit, bevor sie sich 1951 als Architektin selbständig machte. Vor allem Wohnbauten und Kindergärten entstanden nach ihren Entwürfen, wie etwa das Wohnhaus Markhofgasse 6 in Wien 3 und der Kindergarten Schulsteig in Wien 19, der der Architektin ein besonderes Anliegen war. In einer Architektengemeinschaft wurde die Wohnhausanlage Mehlführergasse in Wien 23 von ihr mitgeplant.

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