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Markhofgasse 20

Fakten

Markhofgasse 20

Markhofgasse 20, 1030 Wien

Baujahr: 1969-1971

Wohnungen: 39

Architekt: Ferdinand Gaisser, Adolf Illner

Weitere Adressen

Barthgasse 17, 1030 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Das Wohnhaus liegt auf dem Gelände des ehemaligen Erdberger Maiß. Dabei handelte es sich um ein Waldstück (im Volksmund "Mas" = Jungholz), das einst von einem Donauarm in großem Bogen entlang den heutigen Straßenzügen Schlachthausgasse-Baumgasse-Franzosengraben umschlossen wurde und nur über eine schmale Holzbrücke an der Kreuzung Schlachthausgasse/Erdbergstraße zugänglich war. Bereits im 18. Jahrhundert hatten sich auf diesem fruchtbaren Boden Gärtner angesiedelt. Um 1800 wurde der Donauarm trocken gelegt, in der Folge der gesamte Erdberger Maiß gerodet und Gemüsegärten angelegt, die bis nach dem Zweiten Weltkrieg hier bestanden.

Die Architektur

Der fünfgeschoßige Kopfbau erstreckt sich entlang des Häussermannwegs von der Barthgasse zur Markhofgasse. Die lange Front zum Häussermannweg wird durch fünf Gruppen großzügiger, vor die Fassadenflucht gezogener Loggien aufgebrochen. Der zentrale Loggienblock erstreckt sich über vier Fensterachsen, die angrenzenden über je drei Achsen, die äußersten fassen jeweils nur eine Fensterachse ein. Zwischen den Loggien sind einzelne bzw. doppelte Fensterachsen in die glatte Wand eingeschnitten.

An den beiden Schmalseiten zur Barthgasse und Markhofgasse ist jeweils eine der drei Achsen als Loggien ausgebrochen. Der durch Stufen erhöhte Durchgang unter dem mittigen Loggienblock führt zu einer Freitreppe in den begrünten Hinterhof, von wo aus das Gebäude über vier Eingänge erschlossen wird. Die Hoffront wird durch die vier großzügig verglasten Stiegenhäuser gegliedert, von denen die zwei zentralen deutlich vor die Fassade gezogen sind. Die beiden äußeren Stiegenhäuser liegen in der Fassadenflucht und grenzen bereits an den benachbarten Gemeindebau, mit dem der gemeinsame Innenhof umschlossen wird. Die glatten Wandflächen zwischen den Stiegenhäusern werden durch Achsen großer und kleiner Fenster strukturiert.

Der Name

Die Markhofgasse ist nach Adolf Ignaz Mautner von Markhof (1801 - 1889) benannt. Er war Pächter des Brauhauses St. Marx, das er 1857 kaufte. 1843 stellte er erstmals untergäriges Bier her und lagerte es in neuen Kühlvorrichtungen, womit sein Erfolg gesichert war. Zahlreiche soziale Einrichtungen in Wien wurden von ihm gestiftet.

Sanierung

von 2003 bis 2004

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2003 und 2004 saniert. Durch die Instandsetzung der Fenster und Türen sowie durch das Wärmedämmverbundsystem für die Fassade konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde das Haus an die Fernwärme Wien angeschlossen.

Architekten

Ferdinand Gaisser - Ferdinand Gaisser (1909-1989) studierte ab 1926 an der Wiener Kunstgewerbeschule. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem das Wohnhaus Schluckergasse 1-13 in Wien 13 (1970-1972) und gemeinsam mit Adolf Illner die Wohnhausanlage Markhofgasse 20 in Wien 3 (1969-1971).

Adolf Illner - Adolf Illner (1891-1980) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Zusammen mit Ferdinand Gaisser entwarf er unter anderem für die Gemeinde Wien die Wohnhausanlage Markhofgasse 20 in Wien 3 (1969-1971).

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