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Baumgasse 12

Fakten

Baumgasse 12

Baumgasse 12, 1030 Wien

Baujahr: 1969-1970

Wohnungen: 23

Architekt: Armin Dolesch

Weitere Adressen

Landstraßer Hauptstraße 127, 1030 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die Baumgasse war bis ins 19. Jahrhundert nur sehr dünn besiedelt. Ihre Benennung verweist auf die Obstgärten und Baumschulen, die hier angelegt waren. An der Stelle der Wohnhausanlage stand bis zum Zweiten Weltkrieg ein langgestreckter, einstöckiger Hof, der bereits 1780 als Haus "Zum roten Herz" Erwähnung fand. Er wurde während eines Bombenangriffes im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Die Architektur

Das schmale Gründstück erstreckt sich von der Baumgasse bis zur Landstraßer Hauptstraße, wobei an jeder Straße ein Gebäude mit je einer Stiege liegt. Jedes Gebäude besteht aus einer Geschäftszone im Erdgeschoß und sechs Wohnebenen. Die Geschäftszone hebt sich durch raueren Verputz von der schlichten Fassade darüber ab. Die Wandfelder unter den großen Schaufenstern sind leicht hinter die Fassadenflucht zurückversetzt, wodurch die Felder zwischen den Fenstern pfeilerartig hervortreten. Vier Fensterachsen gliedern die Fassade. Der Zugang zu den Stiegen erfolgt vom Innenhof, in den man über eine Hauseinfahrt an der Baumgasse gelangt. Hier sind die Gebäude in der zentralen Achse auf Pfeilern lagernd blockartig vorgezogen, wodurch eine Art Portikus den Stiegenzugängen vorgelagert wird.

Der Name

Die Baumgasse ist als Straßenzug bereits im 17. Jahrhundert nachweisbar. 1899 erfolgte die Benennung nach den hier seinerzeit gepflanzten Obstbäumen bzw. nach dem Hauszeichen "Zum grünen Baum".

Sanierung

von 2011 bis 2012

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2011 bis 2012 saniert. Die Arbeiten umfassten neben der Neudeckung des Daches und der Instandsetzung des Dachstuhles auch den Einbau neuer Fenster und Türen. Darüber hinaus wurde die Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen, was die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Umweltbelastung senden wird.

Architekten

Armin Dolesch - Armin Dolesch (geb. 1928) studierte von 1947 bis 1950 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Lois Welzenbacher. Nach dem Studium verbrachte er einige Zeit in Zürich, machte sich aber bereits 1952 in Wien als Architekt selbstständig. Die Gemeinde Wien, für die er vier Wohnbauten errichtete, war einer seiner ersten Auftragsgeber. Seit 1970 ist Dolesch vor allem im Gesundheitswesen tätig. Ein besonderes Anliegen ist ihm auch der Schulbau. Auf der Suche nach neuen Gestaltungsmöglichkeiten gründete er die Arbeitsgruppe "Kinder(t)raum - Lebensraum Schule".

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