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Untere Augartenstraße 23

Fakten

Untere Augartenstraße 23

Untere Augartenstraße 23, 1020 Wien

Baujahr: 1991-1997

Wohnungen: 41

Architekt: Herbert Beier

Weitere Adressen

Haasgasse 12, 1020 Wien

Wohnen in Wien

In den 1990er-Jahren konzentrierte sich die Stadt Wien neben geförderten Sanierungen hauptsächlich darauf, die Stadt im Nordosten und Süden zu erweitern (21.000 Wohnungen in vier Jahren). In enger Zusammenarbeit mit der Stadtplanung wurden großflächig Siedlungsgebiete erschlossen, so zum Beispiel der Leberberg in Simmering. Die Gemeindebauten, die nun für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich sind, passen sich den modernen Bevölkerungsstrukturen an, indem sie flexible Wohnungen auch für Alleinerziehende, ältere Menschen und Alleinstehende bieten. Zudem sparen sie durch eine nachhaltige Bauweise Betriebskosten und Energie.

Geschichte

Die Untere Augartenstraße befindet sich, wie der Name verrät, in unmittelbarer Nähe des Augartens. Das Gelände war bis ins 15. Jahrhundert unbewohnt, erst im 17. Jahrhundert wurde mit der baulichen und gärtnerischen Gestaltung des Augartens begonnen, Kaiser Joseph II. machte den Garten 1775 der Öffentlichkeit zugänglich. Durch die Donauregulierung in den 1870er-Jahren, konnte den häufigen Überschwemmungen des Geländes entgegengewirkt werden. Das Grundstück, auf dem die neue Wohnhausanlage steht, ging 1977 in den Besitz der Stadt Wien über. Der 1886 errichtete Vorgängerbau wurde 1988 abgetragen.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage schließt eine Baulücke in der Unteren Augartenstraße und der Haasgasse. Zwischen zwei gegenüberliegenden, fünf- bzw. siebengeschoßigen Wohntrakten, die an ältere Häuser anschließen, befindet sich ein begrünter Hof. Die Architektur entstand in lebendiger Auseinandersetzung mit dem Charakter von Altbauten. Die Straßenfassaden sind streng symmetrisch aufgebaut. Eine genutete Sockelzone wird durch ein Gesims von den darüber liegenden Geschoßen abgesetzt. Der etwas eingezogene Eingangsbereich wird durch einen Giebel bekrönt. Die Mitte der Fassaden wird jeweils durch zwei schmal dimensionierte, durchgehende Fensterachsen mit Metallrahmung betont. Jeweils drei, aus hochformatigen Fenstern gebildete Achsen flankieren den zentralen Teil der Fronten. Die Fassaden sind entlang der Fensterachsen abgetreppt. Gegen die Seitenteile zu steigt das Mauerwerk stufenförmig an, was in der stetig verbreiterten Profilierung des Gesimses aufgegriffen wird. Der Mittelteil geht in einen Dacherker mit Bullauge über, der durch einen Giebel bekrönt und von zwei Dachgaupen flankiert wird. Die Hofseiten weisen, wie die Straßenfassaden, eine genutete Sockelzone mit Gesims auf. Ein ausladendes Dachgesims setzt einen horizontalen Akzent. Im ersten Stock befindet sich jeweils ein zentral angelegter Balkon. Die Mittelteile, die durch Dachaufbauten bekrönt werden, sind jeweils durch zwei aus querformatigen Fenstern gebildete Achsen charakterisiert, die von schmalen hochformatigen Fenstern flankiert werden. Zwei aus Loggien gebildete Achsen begrenzen den zentralen Gebäudeteil der Fronten.

Der Name

Die Straße, in der die Wohnhausanlage steht, ehemals "Neue Gasse" genannt, führt zum Augarten, auf den ihr Name zurückzuführen ist.

Architekten

Herbert Beier - Herbert Beier (geb. 1947) studierte bis 1972 an der Technischen Universität Wien. Seit 1977 ist er als selbständiger Architekt tätig. Sein Werkkatalog umfasst Industrie- und Wohnbauten ebenso wie Innendesings und Revitalisierungen historischer Bauten. Zu Beiers wichtigsten realisierten Projekten zählen unter anderem die Wohnhausanlage Ferdinand Käs-Gasse in Wien 21, Umbau und Sanierung des Wiener Parlaments und die Errichtung von 30 Filialen der Kette Nordsee.

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