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Nordbahnstraße 24

Fakten

Nordbahnstraße 24

Nordbahnstraße 24, 1020 Wien

Baujahr: 1962-1962

Wohnungen: 31

Architekt: Walter Muchar

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die Wohnhausanlage liegt in unmittelbarer Nähe zum Praterstern, der bereits 1564 durch die Anlegung der Achsen Praterstraße und Hauptallee konzipiert wurde. Unter Joseph II. erfolgte um 1800 die Umwandlung zum Sternplatz mit sieben ausstrahlenden Alleen. War der Bereich südlich des Platzes zum Donaukanal hin bereits früh verbaut, wurde das nördlich liegende Areal erst im Zuge der Donauregulierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Bauland gewonnen und parzelliert. Noch um 1830 floss an der Stelle, wo heute das Wohnhaus steht, ein Seitenarm der Donau. Ein wichtiger Impuls für die Entwicklung des Gebiets war der 1865 eröffnete Nordbahnhof, der allerdings aufgrund starker Beschädigung im Zweiten Weltkrieg 1965 abgerissen werden musste.

Die Architektur

Die sechs Hauptgeschoße umfassende Wohnhausanlage wurde auf einem beinahe dreieckigen Grundstück Ecke Nordbahnstraße/Marinelligasse errichtet. Die von der niedrigen Sockelzone bis zum Dachansatz glatt hochgezogene Fassade zur Nordbahnstraße wird durch zwei Achsen französischer und zwei Achsen herkömmlicher Fenster strukturiert. Über dem schlichten Dachgesims, das den Fassadenaufbau kompakt nach oben hin abschließt, ragt in der Eingangsachse ein Dachausbau hoch. Die Kante zur Marinelligasse wurde breit abgeflacht. Hier springt ein mit großzügigen Balkonen besetzter Risalit in den Straßenraum, der zusammen mit dem kleinen begrünten Vorplatz einen markanten städtebaulichen Akzent in Richtung setzt. Ein flacher Erker, der durch das verkröpfte Dachgesims und einen Dachausbau turmartig abgesetzt erscheint, dominiert die Fassade an der Marinelligasse. Auch hier lockern französische Fenster die an sich strenge und schlichte Gebäudestruktur etwas auf.

Der Name

Die ursprünglich als Forstmeisterallee bezeichnete Straße wurde 1873 nach dem 1865 eröffneten Nordbahnhof benannt. Dieser befand sich auf dem der Wohnhausanlage gegenüberliegenden Areal und wurde 1965 abgebrochen.

Architekten

Walter Muchar - Walter Muchar (1918-2005) studierte ab 1942 bei Alexander Popp an der Akademie der bildenden Künste Wien. Nach seinen Plänen wurden von den 1950er- bis in die 1980er-Jahre mehrere Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien errichtet, wie etwa die Wohnhäuser Erdbergstraße 36 in Wien 3 (1977-1979) und Kaiser-Ebersdorfer Straße 12-18 in Wien 11 (1979-1981).

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