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Adambergergasse 5

Fakten

Adambergergasse 5

Adambergergasse 5, 1020 Wien

Baujahr: 1870-1870

Wohnungen: 11

Architekt: Franz J. Pucher

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war das Areal der heutigen Adambergergasse unbebaut. In unmittelbarer Nähe gab es bereits seit 1536 im Bereich Malzgasse/Miesbachgasse ein Bräuhaus. Dieses wurde 1846 abgerissen und auch die anschließenden Grünflächen wurden in der Folge parzelliert. Die Nestroygasse, die Adambergergasse und die Miesbachgasse wurden angelegt und mit viergeschoßigen Zinshäusern geschlossen verbaut. Ende der 1980er-Jahre erfolgte die Revitalisierung des Wohnhauses in der Adambergergasse 5 durch Architekt Herbert Beier. Dabei wurde unter anderem das Dachgeschoß ausgebaut und in der Spindel des Stiegenhauses ein Aufzug eingebaut.

Die Architektur

Die Fassade des vier Geschoße umfassenden Wohnhauses ist reichlich mit dem Formenvokabular des Späthistorismus überzogen. Die Fenster des Erdgeschoßes liegen auf einem Sohlbankgesims, das die niedrige Sockelzone von der bossierten Erdgeschoßfront abgrenzt. Das mittig gelegene Eingangstor ist rundbogenförmig ausgeschnitten und in Wandvorlagen mit rechteckigen Blend- und Stabfelder gefasst. Über einem kräftigen Gesims erheben sich die Obergeschoße. Die jeweils äußersten Fenster des ersten Obergeschoßes werden von Dreiecksgiebeln, jene des zweiten Obergeschoßes von Segmentgiebeln bekrönt. Die beiden mittig angeordneten Fensterachsen sind dem Eingangsbereich zugeordnet und als flacher Risalit dezent vor die Fassadenflucht gesetzt. Massive Gesimse und mit geometrischen bzw. floralen Motiven besetzte Wandvorlagen betonen diesen Bereich zusätzlich. Die Front des obersten Geschoßes ist deutlich reduzierter gestaltet; Blumengirlanden schmücken hier die Eingangsachse.

Über dem plastisch ausgeformten Dachgesims erheben sich die Gaupen des nachträglich ausgebauten Dachgeschoßes. An der schlichten Hofseite ragt das Stiegenhaus mit dem nachträglich eingebauten Aufzug turmartig vor.

Der Name

Die ursprünglich als Theresiengasse bezeichnete Adambergergasse wurde 1894 nach der Burgschauspielerin Antonie Adamberger (1790-1867) benannt. 1812 verlobte sie sich mit dem zu dieser Zeit am Burgtheater tätigen Dichter Theodor Körner. Nach dessen frühem Tod heiratete Antonie Adamberger 1817 den Archäologen Joseph Arneth und gab ihren Beruf auf. 1820 wurde sie Oberin des Karolinenstifts. Ihr Sohn ist der bedeutende österreichische Historiker Alfred Arneth.

Sanierung

von 1989 bis 1991

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1991 bis 1996 einer Totalsanierung unterzogen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 1.156.007 Euro, davon konnten 714.748 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Franz J. Pucher - Keine biografischen Daten vorhanden.

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