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Ausstellungsstraße 65

Fakten

Ausstellungsstraße 65

Ausstellungsstraße 65, 1020 Wien

Baujahr: 1915-1915

Wohnungen: 18

Architekt: Max Döring

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Durch die latente Hochwassergefahr war eine Besiedelung der Gegend, in der sich die Wohnhausanlage befindet, über Jahrhunderte hinweg unmöglich. Erst mit der Donauregulierung 1870-1875 gewann man etwas Kontrolle über den Strom. Damit war die Möglichkeit zur Industrialisierung eröffnet, ein für die wirtschaftliche Entfaltung der Donaumonarchie höchst bedeutsamer Faktor. Bedingt durch die kurze Entstehungszeit des Wohnviertels, besitzt dieses eine relativ einheitliche und unverwechselbare Charakteristik. Das Grundstück, auf dem das Wohnhaus steht, ging 1929 aus Privatbesitz an die Stadt Wien über.

Die Architektur

Die angegriffene Bausubstanz wurde in den 1990er-Jahren einer Revitalisierung unterzogen. Erhalten ist die Struktur der Fassade. Das Wohnhaus weist einen fünfachsigen, durch ein Mansarddach bekrönten Mittelrisalit und einachsige, farblich differenzierte Seitenteile auf. Der Eingangsbereich befindet sich in der rechten Flanke. Noch heute schneidet ein bandartiger Mauerstreifen zwischen dem obersten Stock und dem Dachgesims ein. Die Fenster der Sockelzone sind, wie einst, vergittert. Auf die ursprüngliche Planung geht auch die hohe schmale Proportion der Fenster des Mittelteils sowie das quadratische Format der seitlichen Fenster zurück. Gänzlich verloren ist der Schmuck der Front. Ehemals wurde der Sockel des Hauses durch ein Gesims betont. Das Mauerwerk war bis zum ersten Stock gebändert und durch ein Gesims von den darüber befindlichen Geschoßen abgesetzt. Weitere Gesimse fassten die Fenster des obersten Geschoßes im Mittelteil zusammen und akzentuierten den zwischen dem letzten Stock und dem Dachgeschoß durchlaufenden Mauerstreifen. Die Vertikale war ehemals durch Wandvorlagen, welche alle Fensterachsen seitlich begrenzten, betont. Unterhalb jedes Fensters befand sich ein Wandfeld, das orthogonale Verzierung aufwies. Die Hoffassade ist durch dreiachsige Seitenrisalite und einen über die Traufenlinie der Flanken hinausragenden zweiachsigen Mittelteil gekennzeichnet.

Der Name

Der Name der Straße, in der das Wohnhaus steht, erinnert an die Weltausstellung von 1873. Bis 1874 wurde die Straße Feuerwerksallee, nach der hier liegenden Feuerwerkswiese, genannt, anschließend Fahnenstangenallee, nach den Fahnenstangen am hier befindlichen Donauarm, mittels derer man die Ankunft von Holzschiffen signalisierte.

Sanierung

von 1993 bis 1994

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1993 und 1994 eine Sockelsanierung durchgeführt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 1.002.900 Euro, davon konnten 984.096 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Max Döring - Der Architekt und Baumeister Max Döring (1866-1917) wurde in Ruppertsgrün in Preußen geboren. Über seine Ausbildung sind keine Daten bekannt. In Wien errichtete er unter anderem die Wohnhäuser Ausstellungsstraße 65 in Wien 2 (1915), Wiedner Hauptstraße 121-131 in Wien 4 (1909) und Gumpendorfer Straße 80 (um 1910).

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