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Vorgartenstraße 184

Fakten

Vorgartenstraße 184

Vorgartenstraße 184, 1020 Wien

Baujahr: 1913

Wohnungen: 17

Architekt: Rudolf Weiser

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Der Architekt Rudolf Weiser errichtete das Haus 1913 für einen gewissen Herrn Rindler, der damals im ebenfalls von Weiser erbauten Gebäude in der Tandelmarktgasse 8 im 2. Bezirk wohnte. In der Zwischenkriegszeit war Leiser Krieger der Eigentümer des Wohnhauses, in den 60er-Jahren Charles Krieger. Erst 1976 ging das Gebäude in den Besitz der Stadt Wien über, die es seither verwaltet.

Die Architektur

Der Bau mit abgesetzter Sockelzone ist ein typisches Beispiel für den damals aufkommenden Neoklassizismus. Obwohl das kompakt wirkende Gebäude durch Stuckbänder horizontal gegliedert ist, dominiert die vertikale Symmetrieachse des Eingangs. Zwischen zwei Erkern liegt ein kleiner Balkon, der das einzige abgerundete Element in der Fassadengestaltung darstellt. Dadurch wird die Strenge des Gebäudes aufgelockert und ein individueller Akzent gesetzt. Der begrünte Vorgarten und die baumreiche Umgebung heben die Lebensqualität dieses Gebäudes.

Der Name

Die Vorgartenstraße erhielt ihren Namen 1903, da sich vor jedem Haus ein Vorgarten befand - eine Verordnung, die in der Bauordnung von 1893 festgelegt worden war.

Architekten

Rudolf Weiser - Rudolf Weiser (1885-1968) studierte erst ab 1916 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Friedrich Ohmann, nachdem er bereits mehrere Wohnhäuser in Wien 2 errichtet hatte. In der Zwischenkriegszeit entwarf der Architekt für die Gemeinde Wien die Wohnhausanlage Thaliastraße 113 in Wien 16. Aufgrund der schlechten Auftragslage übersiedelte Weiser 1928 nach Prag, wo er bis zu seinem Tod 1968 seinen Beruf ausübte und mehrere Großprojekte, wie etwa das Hotel Central (Praha-Stare Mesto, Rybna 8), realisieren konnte.

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