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Europan

Fakten

Europan

Rosalia-Chladek-Gasse 8, 1220 Wien

Baujahr: 1993-1998

Wohnungen: 182

Architekt: Martin Feiersinger, Georg Friedler, Bernd Stanzel

Weitere Adressen

Colerusgasse 30, 1220 Wien

Grosserweg 8, 1220 Wien

Wohnen in Wien

In den 1990er-Jahren konzentrierte sich die Stadt Wien neben geförderten Sanierungen hauptsächlich darauf, die Stadt im Nordosten und Süden zu erweitern (21.000 Wohnungen in vier Jahren). In enger Zusammenarbeit mit der Stadtplanung wurden großflächig Siedlungsgebiete erschlossen, so zum Beispiel der Leberberg in Simmering. Die Gemeindebauten, die nun für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich sind, passen sich den modernen Bevölkerungsstrukturen an, indem sie flexible Wohnungen auch für Alleinerziehende, ältere Menschen und Alleinstehende bieten. Zudem sparen sie durch eine nachhaltige Bauweise Betriebskosten und Energie.

Geschichte

Im Rahmen des Ideenwettbewerbes EUROPAN 2 wurden für das Stadterweiterungsgebiet am Rand des ehemaligen Schlossgartens von Eßling mehrere Bebauungsmodelle vorgeschlagen. Ein Teilbereich des mit dem 1. Preis prämierten Projektes von Martin Feiersinger wurde in den Bebauungsplan aufgenommen und im Rahmen dieser städtischen Wohnhausanlage auch realisiert.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage "Europan" besteht aus drei verschiedenen Nord-Süd-orientierten Wohnbauten, die um einen zentralen Platz mit dem zur Anlage gehörenden Kindergartengebäude gruppiert sind. Der Bauteil I entlang der Colerusgasse 30 von Architekt Martin Feiersinger umfasst vier dreigeschoßige Laubenganghäuser mit durchgehenden Balkonen. An der Nordseite sind diese als verglaster Zugang ausgebildet, während an der Südseite die Lauben als Sonnenterrassen dienen. Die Wohnungen dieser vier Gebäude werden ausschließlich durch raumhohe Glastüren belichtet. Bemerkenswert ist auch der gänzlich verglaste und gemeinsam mit dem Stiegenhaus farblich abgesetzte Eingangsbereich, der ähnlich einem "andockenden Flugzeug" als eigener Baukörper schräg zum Gebäude steht. Gegenüber, durch den Grosserweg - den Hauptweg der Anlage - getrennt, liegt der Bauteil II: eine Gruppe aus zwei dreistöckigen symmetrisch angelegten Häusern, deren äußerste Achsen als großflächig verglaste Risalite ausgebildet sind. Der mittlere Bereich dieser Wohnbauten wird von Doppel-Loggien akzentuiert, das Dachgeschoß ist ausgebaut. Am südlichen Ende des Grosserweges, wo dieser zu einem Platz ausgestaltet ist, befindet sich der dritte Bauteil der "Europan": Diese von Architekt Bernd Stanzel entworfene Anlage setzt sich aus sechs Häuserzeilen, die zu zwei Gruppen angeordnet sind, zusammen. Die einstöckigen Wohngebäude sind durchwegs mit einem ausgebauten mansardartigen Dach ausgestattet. Während die ebenerdigen Wohneinheiten südseitig über einen kleinen Garten verfügen, weist jede der Dachwohnungen ein bunt gestaltetes Dachhäuschen und eine eingeschnittene Terrasse auf. Entlang der Rosalia-Chladek-Gasse werden die Hauszeilen von einer mit Durchgang und kleinen Lichtöffnungen versehenen Mauer verbunden und somit gleichzeitig von der Straße abgeschirmt.

Der Name

Die Wohnhausanlage wurde nach dem größten europäischen Wohn- und Städtebauwettbewerb EUROPAN benannt, in dessen Rahmen sie auch entstanden ist. Dieser Nachwuchswettbewerb ist für alle praktizierenden jungen Architekten unter 40 offen.

Architekten

Martin Feiersinger - Martin Feiersinger (geb. 1961 in Brixlegg, Tirol) schloss sein Architekturstudium bei Wilhelm Holzbauer an der Hochschule für angewandte Kunst 1986 ab. 1987-1989 absolvierte er ein Postgraduate Studium an der Rice University, Houston (Master of Architecture). Martin Feiersinger arbeitete in verschiedenen Architekturbüros in Wien, Houston und Chicago, bis er 1989 sein eigenes Atelier in Wien eröffnete. Er ist Gewinner zahlreicher Wettbewerbe, darunter EUROPAN 2. Zu seinen wichtigsten Werken zählen die städtische Wohnhausanlage Europan in Wien 22, 1991-1998, das Kindertagesheim und die Elternberatungsstelle in der Wohnhausanlage Europan in Wien 22, 1993-1998 sowie die Ferienwohnungen und der Bauernhof Nathalie Kröll, Ramsau im Zillertal, aus den Jahren 2002-2004.

Georg Friedler - Georg Friedler, geboren 1944 in Lyon, Frankreich, studierte von 1966-1971 an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Meisterschule Ernst Anton Plischke. Von 1971-1973 war er Assistent bei E. A. Plischke und seit 1980 arbeitet er als freischaffender Architekt in Wien. 1987 war Georg Fiedler einer der Sieger beim Museumsquartierwettbewerb.

Bernd Stanzel - Bernd Stanzel, geboren am 21.4.1944, beendete 1970 sein Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Von 1971-1974 unterrichtete er als Vertragsassistent an der TH Wien, seit 1979 betreibt er sein eigenes Architekturbüro. Seine Schwerpunkte liegen im Städtebau, sozialen Wohnbau, der Gestaltung von Verkehrsbauwerken, Landschaftsplanung sowie Möbeldesign. Zu seinen Bauten zählen ein Teil der Wohnhausanlage Europan in Wien 22, 1993-1997 zahlreiche innerstädtische Lärmschutzwände sowie die Oberflächengestaltung am Margareten- und am Gaudenzdorfer Gürtel (in Projektgemeinschaft mit DI R. Ivancsics) 1998-2000.

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