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Arthur-Schnitzler-Hof

Fakten

Arthur-Schnitzler-Hof

Döblinger Hauptstraße 1, 1190 Wien
Währinger Gürtel 141, 1190 Wien

Baujahr: 1959-1960

Wohnungen: 47

Architekt: Alois Machatschek, Michel Engelhart

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Der Arthur-Schnitzler-Hof wurde auf dem Areal des ehemaligen Währinger jüdischen Friedhofs errichtet. Das Gebiet wurde durch das nationalsozialistische Regime enteignet und ging 1942 in den Besitz der Stadt Wien über. Trotz der Zusicherung der Gemeinde Wien, die abgetretene Fläche niemals zu bebauen, wurde im Flächenwidmungs- und Bebauungsplan die Widmung auf Bauland-Wohngebiet abgeändert und dort 1959/60 der Gemeindebau Arthur-Schnitzler-Hof errichtet.

Die Architektur

Die auf leicht abfallendem Gelände errichtete 13-stöckige Wohnhausanlage wird vom Straßenniveau aus über eine kleine Treppenanlage erreicht. Der schlichte Baukörper besteht aus zwei sowohl in Höhe als auch in Lage verschobenen Gebäudeteilen. Verbunden werden sie durch das gemeinsame Stiegenhaus, das von der Hauptfassade leicht zurückspringt. Die Wohnebenen der beiden Bauteile sind um ein Halbgeschoß versetzt und werden von verschiedenen Podesten aus erschlossen. Die Höhe des Gebäudes wird durch die senkrechte Farbgestaltung (gelb/grau/gelb) noch verstärkt. An den beiden Seitenteilen springen Balkone mittig hervor.

... und die Kunst

Vor dem Gebäude befindet sich der Brunnen "Reiter" von Franz Fischer. Drei Steintafeln mit Reiterreliefs tragen eine kupferne Brunnenschale.

Der Name

Das Gebäude ist nach Arthur Schnitzler (1862-1931), Schriftsteller und Arzt, benannt. Schnitzler gilt neben Hugo von Hofmannsthal als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne. 1895 wurde er mit der Uraufführung von "Liebelei" am Wiener Burgtheater einem breiten Publikum bekannt. Aufgrund seiner kritischen und kompromisslosen Darstellungen sozialer Strukturen war Schnitzler immer wieder heftigen Angriffen ausgesetzt.

Sanierung

von 2004 bis 2005

Der Schnitzlerhof wurde in den Jahren 2004 und 2005 saniert. Neben der Instandsetzung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen. Durch das Wärmedämmverbundsystem an der Fassade konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 795.400 Euro, davon konnten 194.280 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Alois Machatschek - Alois Machatschek (geb. 1928) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1961 auch promovierte. Für die Gemeinde Wien war er unter anderem an der Planung zum Arthur-Schnitzler-Hof in Wien, Döblinger Hauptstraße 1 in Wien 19 (1959/60), beteiligt. Bedeutung erlangte Alois Machatschek aber vor allem durch den Umbau und die Restaurierung zahlreicher historischer Bauten. Gemeinsam mit Wilfried Schermann erneuerte er etwa das bedeutende Barockpalais Caprara/Geymüller in Wien 1, Wallnerstraße 8 (1986-1988), und das Palais Ferstel in Wien 1, Freyung 2 (1978-1986).

Michel Engelhart - Michel Engelhart (1897-1969) studierte ab 1919 an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1926 promovierte. Nach längeren Studienreisen im Ausland war er als freischaffender Architekt in Wien tätig. 1946 wurde er Konsulent für das Bundesdenkmalamt und 1949 Professor für Baukunst an der Technischen Hochschule Wien. Als Beiratsmitglied des Bundesministeriums für Wiederaufbau und Denkmalschutz ist er für die Rekonstruktion zahlreicher im Zweiten Weltkrieg beschädigter Bauten verantwortlich. Unter seiner Leitung erfolgte der Wiederaufbau des Burgtheaters, von 1950 bis 1960 die Erneuerung von Schloss Schönbrunn und Tiergarten und die Instandsetzung des Palais Harrach auf der Freyung.

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