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Kopenhagen-Hof

Fakten

Kopenhagen-Hof

Schegargasse 13-15, 1190 Wien

Baujahr: 1956-1958

Wohnungen: 431

Weitere Adressen

Billrothstraße 8-10, 1190 Wien

Hardtgasse 16-30, 1190 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

In diesem Viertel waren bereits in der Zwischenkriegszeit mehrere Gemeindebauten errichtet worden. Während des Wiederaufbaus schloss man mit der Planung des Kopenhagenhofes an diese Bebauungstradition an, in der Folge entstanden in der Nachbarschaft noch weitere städtische Wohnhausanlagen.

Die Architektur

Für die Errichtung dieser sehr großen Anlage wurden zwei Architektenteams verpflichtet: Hubatsch, Omasta, Pariasek und Punzmann errichteten den Bauteil Nord an der Hardtgasse, während Böhm, Peters, Pfann und Stamminger für den Bauteil Süd an der Billrothstraße und Schegargasse verantwortlich waren. Dadurch entstand eine architektonisch äußerst vielfältige Anlage. Beide Komplexe bestehen aus mehreren Straßentrakten, die von gekuppelten Häusern gebildet werden, sowie einer größeren Anzahl von Gebäuden, die locker in dem parkartigen Gelände verteilt sind. Die Anlage ist über mehrere Durchgänge und Einfahrten zu erreichen. Die meisten der frei stehenden Bauten weisen bis zu acht Stockwerke auf, während sich die Straßentrakte an der Gesimshöhe der Nachbarbauten orientieren. So wurde beispielsweise in der Schegargasse an einen sehr frühen Gemeindebau angeschlossen, mit dem der Innenhof gemeinsam genutzt wird. Durch die unterschiedliche Farbgebung der einzelnen Häuser wird die Anlage zusätzlich belebt.

... und die Kunst

Die Anlage wurde überaus reich mit Kunstwerken ausgestattet: So schuf Franz Luby (1902-1989) das Relief "Hausmusik" und Adele Stadler (gest. 1967) die Türumrahmung "Familienleben". Die Bronzeplastik "Zwei ballspielende Knaben" stammt von Rudolf Schmidt, die Natursteinplastik "Zwei spielende Bären" von Josef Bock, der auch für die Büste des Dichters Josef Weinheber am Schillerplatz (1975) bekannt ist. Am Vorplatz an der Ecke Billrothstraße/Schegargasse findet sich die Natursteinplastik "Ruhende Frau" von dem Bildhauer Alfons Riedel (gest. 1976). Mehrere künstlerisch gestaltete Brunnen zieren den Gartenhof, jener von Herbert Schwarz trägt den Titel "Vogelflug". Der akademische Maler Jakob Laub, der mehrfach an der künstlerischen Ausgestaltung von Gemeindebauten in den 1950er-Jahren mitwirkte, schuf eine Vogeltränke. Alfred Hrdlicka (geb. 1928), der zur Zeit der Errichtung dieser Wohnhausanlage gerade sein Studium der Bildhauerei bei Fritz Wotruba an der Akademie der bildenden Künste in Wien abschloss, gestaltete den Brunnen "Abstrakte Vogeltränke". Darüber hinaus gibt es in der Anlage auch eine Sonnenuhr - dieses Bodenobjekt realisierte Helene Hädelmayr.

Der Name

Zum Dank für die Hilfe durch das dänische Volk nach den beiden Weltkriegen erhielt der Hof bei seiner Errichtung den Namen "Kopenhagenhof". Daran erinnert eine Tafel an der Fassade zur Billrothstraße.

Sanierung

von 1986 bis 2010

Mit dem Einbau der Aufzüge wurde bereits 1986 begonnen. Eine umfassende Sanierung erfolgte in den Jahren 2005 und 2006. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie durch das teilweise angebrachte Wärmedämmverbundsystem für die Fassade konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde der Hof an die Fernwärme Wien angeschlossen. Weitere Sanierungsmaßnahmen wurden von 2009 bis 2010 durchgeführt, hauptsächlich betreffend die Liftanlagen. Die Gesamtkosten für die Sanierungen belaufen sich auf 3.112.633 Euro, 1.385.766 Euro konnten durch Landeszuschüsse gedeckt werden.

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