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Klosehof

Fakten

Klosehof

Philippovichgasse 1, 1190 Wien

Baujahr: 1924-1925

Wohnungen: 143

Architekt: Josef Hoffmann

Weitere Adressen

Fickertgasse 2, 1190 Wien

Peezgasse 2, 1190 Wien

Werkmanngasse 2, 1190 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Die Gründe, welche in den 1920er-Jahren bebaut wurden, waren bis dahin als Gärten genützt worden. Auch die heute hier zu findenden Straßen und Adressen wurden erst im Zusammenhang mit der Errichtung des Gemeindebaus eingeführt. Im Erdgeschoß des Mitteltraktes dieser Anlage war bei der Errichtung ein Kindergarten untergebracht.

Die Architektur

Bei Josef Hoffmanns erstem Gemeindebau handelt es sich um eine auf regelmäßig quadratischem Grundriss errichtete fünfgeschoßige Blockrandverbauung mit einem zentral angelegten, ursprünglich höher geplanten Mitteltrakt, einer Art Wohnturm. Die gesamte Anlage zeigt eine schlichte Architektur, die lediglich durch die Dekoration der Außenfassaden mit plastisch hervortretenden Streublumen etwas aufgelockert wird. Die Wohnräume verfügen an allen Fronten über dreiflügelige Fenster mit quadratischer Fläche, die Stiegenhausfenster werden dadurch erkennbar, dass sie leicht in die Fassade vertieft sind. Die Front zur Philippovichgasse wird durch ein herrschaftliches Portal charakterisiert, welches die einzige Möglichkeit bietet, ein Stiegenhaus von der Straße aus zu betreten, alle anderen sind durch den Innenhof erschlossen. Ebenso wird die Fassade zur Werkmanngasse durch die klassizistische Einfahrt bestimmt. An der Fassade in der Fickertgasse fällt ihre rein additive Gliederung auf, die ausschließlich durch regelmäßige Fensterreihen bestimmt wird, welche auf den Währinger Park blicken, während die Südfront zur Peezgasse auch Loggien aufweist.

... und die Kunst

Als Portalbekrönung am Eingang in der Philippovichgasse finden sich die beiden Plastiken "Früchteträgerinnen". Diese wurden von Anton Hanak nach einem Entwurf Josef Hoffmanns ausgeführt.

Der Name

Die Anlage wurde 1949 nach dem während der Februarkämpfe im 19. Bezirk gefallenen Viktor Klose (1904 - 1934) benannt. An ihn erinnert eine Gedenktafel in der Einfahrt.

Prominente Bewohner

In den 1930er-Jahren lebten hier die Malerin Berta Grünberg, der Graphiker und Schriftsteller Leopold Wolfgang Rochowansky, der später auch eine Festschrift über den Architekten des Baus, Josef Hoffmann, herausgab, sowie die Architekten Karl Schrittwieser und Ferry Wöber.

Sanierung

von 2003 bis 2004

Im Klosehof wurde in den Jahren 2003 und 2004 eine Sockelsanierung durchgeführt. Die Arbeiten umfassten die Erneuerung von Dach, Fassade, Fenstern und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde der Hof an die Fernwärme Wien angeschlossen. Im Dachgeschoß entstanden 18 neue Wohnungen. Mit dem Einbau der Aufzüge wurde bereits 1988 begonnen. Die Kosten beliefen sich auf 7.348.067 Euro, davon konnten 4.057.289 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Josef Hoffmann - Josef Hoffmann (1870 - 1956) besuchte zunächst die Staatsgewerbeschule in Brünn (gemeinsam mit Adolf Loos, Leopold Bauer und Hubert Gessner) und studierte anschließend an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Karl Hasenauer und Otto Wagner. Der Mitbegründer der Wiener Secession wurde 1899 Professor an der Kunstgewerbeschule. Bekannt wurde er durch die Leitung der Wiener Werkstätten, die Gründung des Österreichischen Werkbundes 1912 und die Mitwirkung an der Werkbundsiedlung. Internationale Berühmtheit erlangte Hoffmann durch Bauten wie das Sanatorium Unter-Purkersdorf oder das Palais Stoclet in Brüssel. Er schuf eine große Anzahl von Wohnhäusern, darunter auch mehrere Gemeindebauten, sowohl im "Roten Wien" als auch in der Nachkriegszeit.

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