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Skarethof

Fakten

Skarethof

Diefenbachgasse 49-51, 1150 Wien

Baujahr: 1930-1931

Wohnungen: 108

Architekt: Leo Kammel sen.

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Der Ferdinand-Skaret-Hof liegt auf dem Gebiet der ehemaligen Vorortegemeinde Gaudenzdorf, die 1890/1892 mit anderen Vororten als Teil des 12. Bezirkes eingemeindet wurde. Die diesseits und jenseits des Wienflusses liegenden Gebiete des Ortes, der seinen Namen zu Ehren des Grundherren, des Klosterneuburger Propstes Gaudentius Andreas Dunkler, erhielt, wurden durch den Storchensteg, eine heute noch bestehende Brücke, verbunden. Der "Neu-Gaudenzdorf" genannte Gebietsteil zwischen Wienfluss und Diefenbachgasse, auf dem der Ferdinand-Skaret-Hof liegt, wurde 1905 dem damaligen 14. Bezirk zugeteilt. Für die Errichtung des Ferdinand-Skaret-Hofes wurden ein auf dem Grundstück befindlicher Holzlagerplatz, eine Wäscherei mit Dampfbetrieb sowie ein Wohnhaus abgerissen.

Die Architektur

Zur Verbauung stand das Gebiet zwischen Diefenbachgasse und linker Wienzeile. Die denkmalgeschützte Wohnhausanlage überspannt diesen weitläufigen Baugrund mittels eines langgestreckten Baublockes, der an beiden Kopfstücken durch quergestellte und gegeneinander versetzt angeordnete Baukörper abgeschlossen wurde. Die Architektur gibt sich im Vergleich zu manch anderem Gemeindebau der Zwischenkriegszeit unprätentiös und zurückhaltend. Einzig die Front an der Diefenbachgasse, über welche die Hofanlage erschlossen wird, wurde mit einem Sockel aus bossiertem Quadermauerwerk versehen, ansonsten sind die Fassaden frei von jeder Verzierung oder Gliederung durch auffallende architektonische Elemente. Als Blickfang fungieren einzig die vorspringenden, halbrunden Balkone, die sowohl an der Front zur Diefenbachgasse als auch an jener zur Linken Wienzeile angebracht wurden.

Der Name

Eine Gedenktafel im Eingangsbereich der Wohnhausanlage erinnert an den sozialdemokratischen Politiker Ferdinand Skaret (1862-1941), nach dem die Wohnhausanlage am 15. Februar 1949 benannt wurde. Skaret war 1906 als einer der ersten Sozialdemokraten in den Wiener Gemeinderat eingezogen und gehörte diesem bis 1923 an. Von 1907 bis 1918 war Skaret auch Reichsratsabgeordneter im Abgeordnetenhaus, 1918 Stadtrat und 1918 bis 1930 Abgeordneter zum Nationalrat.

Sanierung

von 1990 bis 1993

Im Skarethof wurde in den Jahren 1990 bis 1993 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde der Hof an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 2.849.429 Euro, davon konnten 2.564.486 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Leo Kammel sen. - Leo Kammel sen. (1885-1948) studierte in Prag, unter anderem bei Jan Kotera, und ließ sich kurz vor dem Ersten Weltkrieg in Wien nieder. Hier entstand ein Großteil seiner zunächst noch kubistisch geprägten Bauten, insbesondere für das Rote Wien. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist er am Wiederaufbau des Volkstheaters beteiligt, in dem er 1938 das sogenannte "Führerzimmer" einrichtete.

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