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Josef-Rautmann-Hof

Fakten

Josef-Rautmann-Hof

Hauptstraße 97, 1140 Wien

Baujahr: 1930-1931

Wohnungen: 20

Architekt: Karl Eder

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Das Wohnhaus wurde auf einem brachliegenden Grundstück an der Hauptstraße in Weidlingau nahe dem 311 m hohen Mühlberg errichtet. Der Gemeindebau hat mit der in den 1950er-Jahren erbauten Feuerwache Weidlingau und zwei Gemeindewohnhäusern auf dem hinten angrenzenden Grundstück einen gemeinsamen Garten.

Die Architektur

Das langgestreckte, freistehende Wohnhaus liegt parallel zur Hauptstraße und fällt vor allem durch sein blockhaftes Erscheinungsbild auf. Der Baukörper ist mit einfachen gestalterischen Mitteln gegliedert. Die Anordnung der Fenster und ihr Verhältnis zur geschlossenen Wand bilden das wesentlichste Gestaltungselement. Straßenseitig wird der dreigeschoßige Wohnblock durch die regelmäßige Anordnung der Fenster horizontal gegliedert. Diese Horizontalgliederung wird durch das umlaufende Kranzgesims und das flache Walmdach unterstrichen. Einfache Details wie die schmalen Klinkerbänder neben den Fenstern setzen Akzente. Auf der Rückseite, wo sich die Hauseingänge befinden, ist die Fassade mit Fenstern regelmäßig gegliedert und wird einzig durch die Stiegenhausachsen unterbrochen. Die schlichte Architektur des Wohnhauses mit den im Unterschied zu den frühen Gemeindebauten großzügigen Fenstern weist auf die Wohnhausbauarchitektur der 1940er- und 1950er-Jahre voraus.

Der Name

Die Wohnanlage trägt den Namen von Josef Rautmann (1890-1970), der von 1945-1954 Ortsvorsteher von Hadersdorf-Weidlingau und von 1946 bis 1969 Bezirksrat von Penzing war. In der schweren Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg setzte er sich für die Interessen der Bevölkerung von Hadersdorf-Weidlingau ein. Eine Gedenktafel erinnert an den Namensgeber.

Sanierung

von 1999 bis 2000

Der Josef-Rautmann-Hof wurde in den Jahren 1999 und 2000 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 378.300 Euro, davon konnten 118.408 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Karl Eder - Karl Eder (1904-1978) studierte von 1925 bis 1928 an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo er die Meisterklasse von Clemens Holzmeister besuchte. Im Anschluss war er als freischaffender Architekt an der Errichtung von zwei Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien beteiligt: am Josef-Rautmann-Hof in Wien 14 (Hauptstraße 97) und am Wohnhaus Justgasse 29 in Wien 21. Auch die Auferstehungskapelle am "Friedhof der Namenlosen" in Wien 11 wurde nach seinen Plänen errichtet.

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