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Siedlung Stadlau

Fakten

Siedlung Stadlau

Akeleiweg 1-4, 1220 Wien

Baujahr: 1947-1950

Wohnungen: 289

Architekt: Michel Engelhart, Fritz Judtmann

Weitere Adressen

Anemonenweg 2/1-2/4, 3-14, 1220 Wien

Efeuweg 1-4, 1220 Wien

Hartlebengasse 112/1-112/4, 114-124, 126/1-126/4, 128/1-128/4, 130/1-130/4, 1220 Wien

Hortensienweg 1/1-1/4, 3-15, 17-21, 1220 Wien

Löwenzahngasse 3A-3B, 6/1-4, 8/1-4, 10-16,17A-B,18-20,22/1-4,24/1-4,26-36,38/1-4, 40/1-4, 42-60, 1220 Wien

Lupinenweg 3-18, 20-26, 1220 Wien

Mohnblumenweg 1-4, 1220 Wien

Reclamgasse 3-33, 37-57, 61-67, 1220 Wien

Rittersporngasse 26-80, 1220 Wien

Rosmaringasse 3-19,21-29,30-53,55-61,63/1,63A-B,63/2,65/1,2,2A, 67-85, 65/1A-C, 1220 Wien

Salbeigasse 4-10, 1220 Wien

Zschokkegasse 48/1-4, 50/1-4, 52/1-4, 60-78, 1220 Wien

Wohnen in Wien

1945 waren rund 28 Prozent der Gebäude Wiens durch die Kriegshandlungen schwer beschädigt oder zerstört. Eine rasche Linderung der Wohnungsnot stand im Vordergrund, Infrastruktur und Baumaterial fehlten jedoch oft. Ab 1947 begann die planmäßige Errichtung von Neubauten. Der Bau großer Wohnanlagen wie der Per-Albin-Hansson-Siedlung startete Ende der 1940er-Jahre.

Geschichte

Die nördlich der Donau liegende Marchfeldebene wurde seit dem 11. Jahrhundert systematisch besiedelt. Die Donau mit ihren zahlreichen Seitenarmen und der Auengürtel, die die einzelnen Siedlungen voneinander und von der Stadt trennten, erlaubten jedoch keine großflächige Verbauung. Die Voraussetzungen für die bauliche Entwicklung dieses Gebiets wurden erst mit der ab 1870 erfolgten Donauregulierung geschaffen. Zunächst siedelte sich vor allem Industrie auf dem neu gewonnen Bauland an. Ab etwa 1920 bildeten die weiten unverbauten Flächen die ideale Basis für die einsetzende Siedlungsbewegung. Neben einer Reihe anderer Siedlungen entstanden auch die Siedlungen Neustraßäcker I und II (1924 und 1936), zwischen denen ab 1947 die Siedlung Stadlau errichtet wurde.

Die Architektur

Die zwei Geschoße umfassenden Häuser der beidseitig der Erzherzog-Johann-Straße konzipierten Siedlung sind als Punktbauten und Zeilenverbauungen angelegt. Im Gegensatz zu den mit Stallungen und Gemüsegärten ausgestatteten Reihenhäusern der 1920er-Jahre handelt es sich hier um reine Wohnblöcke. Die langgestreckten Zeilenbauten werden durch flach vorspringende Risalite gegliedert. Den paarweise angeordneten Eingängen sind kleine Treppenanlagen vorgelagert, die direkt in die über zwei Geschoße reichenden Wohnungen führen. Im Erdgeschoß sind jeweils Küche und Wohnräume untergebracht. Die Schlafräume und das Bad befinden sich im Obergeschoß.
Die Eingänge der als Punktbauten konzipierten Wohnhäuser sind zum Teil mit einem schlichten Portikus samt Balkon ausgestattet und erinnern so eher an repräsentative Gartenvillen als an kommunale Wohnhäuser. Sie beherbergen pro Geschoß zwei Wohnungen, die über ein zentrales Stiegenhaus erschlossen werden. Die gartenseitig orientierten Fronten sind überwiegend mit Pergolen versehen.
Vor allem die Eingangsbereiche der Häuser wurden im Laufe der Zeit durch nachträgliche Anbauten stark verändert. Das ursprünglich einheitliche Erscheinungsbild der Siedlung durch weiße Eingangstüren und Sprossenfenster ist heute nur noch an wenigen Bauten zu erahnen.

Der Name

Die Siedlung ist nach dem Bezirksteil benannt, in dem sie liegt. Stadlau wurde erstmals um 1150 urkundlich als "Stadelouve" (Stadel an der Au) erwähnt. Die Gemeinde lag ursprünglich auf einer vorspringenden Landzunge direkt an der Donau. Nach der Zerstörung durch ein Hochwasser wurde sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Bereich der Schickgasse als planmäßiges Straßendorf neu angelegt.

Architekten

Michel Engelhart - Michel Engelhart (1897-1969) studierte ab 1919 an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1926 promovierte. Nach längeren Studienreisen im Ausland war er als freischaffender Architekt in Wien tätig. 1946 wurde er Konsulent für das Bundesdenkmalamt und 1949 Professor für Baukunst an der Technischen Hochschule Wien. Als Beiratsmitglied des Bundesministeriums für Wiederaufbau und Denkmalschutz ist er für die Rekonstruktion zahlreicher im Zweiten Weltkrieg beschädigter Bauten verantwortlich. Unter seiner Leitung erfolgte der Wiederaufbau des Burgtheaters, von 1950 bis 1960 die Erneuerung von Schloss Schönbrunn und Tiergarten und die Instandsetzung des Palais Harrach auf der Freyung.

Fritz Judtmann - Fritz Judtmann (1899-1968) studierte von 1918 bis 1922 an der TH Wien, wo er 1928 promovierte. Zusammen mit Egon Riss errichtete er für das Rote Wien unter anderem die Wohnhausanlage Diehlgasse 20-26 in Wien 5 (1928) und den TBC-Pavillon im Lainzer Krankenhaus (1929-1931). Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand unter anderem die Wohnhausanlage Lindengasse 57 in Wien 7 (1966-1968) nach seinen Plänen.

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