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Brünner Straße 219-221

Fakten

Brünner Straße 219-221

Brünner Straße 219-221, 1210 Wien

Baujahr: 1992-1995

Wohnungen: 0

Wohnen in Wien

In den 1990er-Jahren konzentrierte sich die Stadt Wien neben Sanierungsarbeiten auf die Stadterweiterung (21.000 Wohnungen in vier Jahren). Gemeinsam mit der Stadtplanung werden großflächig Siedlungsgebiete im Nordosten und Süden Wiens erschlossen. Die Gemeindebauten, die nun für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich sind, passen sich den heutigen Bevölkerungsstrukturen an und sparen durch eine nachhaltige Bauweise Betriebskosten und Energie.

Geschichte

Die Wohnhausanlage Brünner Straße 219-221 wurde unter dem Motto "Wohnen beim Marchfeldkanal" kurz nach der Inbetriebnahme des Marchfeldkanals im Jahr 1992 errichtet. Das Marchfeld nordöstlich von Wien ist ein intensiv landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Die 1875 abgeschlossene Regulierung der Donau und geringe Niederschläge hatten den Grundwasserspiegel stetig absinken lassen. Erste Ideen zu einer großräumigen Feldbewässerung im Marchfeld waren bereits um 1850 aufgekommen. Die Bauarbeiten am 18 Kilometer langen Marchfeldkanal begannen schließlich 1984. Er führt von der Donau bei Langenzersdorf bis zum Rußbach bei Deutsch-Wagram. Neben seiner Hauptaufgabe, der Bewässerung des Marchfelds, dient er auch dem verbesserten Hochwasserschutz und als Naherholungsgebiet. Neben der Wohnhausanlage wurde 1994/95 am Theuermarkt nach den Plänen von Otto Häuselmayer eine den Heiligen Cyrill und Method geweihte Pfarrkirche erbaut.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage besteht aus zwei Teilen. Der sich entlang der Brünnerstraße 221 erstreckende Teil gliedert sich in zwei parallel zueinander liegende Baukörper, die an ihren Enden durch niedrigere Bauteile miteinander verbunden sind und so einen schmalen, langgestreckten Innenhof umschließen. Das Erdgeschoß wird vollständig von auf den Innenhof ausgerichteten Geschäftslokalen eingenommen. Darüber erheben sich vier Wohngeschoße und ein aufgesetztes Terrassengeschoß. Der an der Brünner Straße liegende Block wird über drei Stiegenhaustürme erschlossen, von denen beidseitig verglaste Laubengänge wegführen. Dazwischen springen gemauerte Risalite vor, in denen wiederum verglaste Loggien eingelassen sind. Dadurch ergibt sich eine spannende Struktur aus abwechselnd massiv gemauerten und großflächig verglasten Abschnitten. Der hintere, an der Lazarsfeldgasse liegende Baukörper ist deutlich schlichter gestaltet. Er wird über sechs Stiegenhäuser erschlossen, die sich flach und leicht schräggestellt von der Gebäudefront abheben. Die dazwischen liegenden Fassaden werden durch breite sowie durch französische Fenster rhythmisch strukturiert. Zum Innenhof hin sind beide Blöcke großzügig mit Loggien ausgestattet.
Der zweite Teil der Anlage liegt am Kreuzungspunkt der Brünner Straße mit dem Marchfeldkanal. Er besteht aus zwei unterschiedlich hohen, L-förmigen Baukörpern, die einen gemeinsamen Innenhof umschließen. Im Erdgeschoß sind Geschäftslokale untergebracht. Im ersten Obergeschoß befinden sich ein Ärztezentrum und eine Volkshochschule. Die darüber liegenden Wohngeschoße werden über Laubengänge erschlossen, die hinter einer massiven, durchlöcherten Wand verlaufen. Dieses Erschließungssystem dient als Schutzschirm zwischen dem Straßenraum und den Wohnungen, die sich, mit Terrassen und Loggien ausgestattet, zum Innenhof bzw. zum Marchfeldkanal öffnen. In dem zur Brünner Straße vorspringenden Risalit sind Gemeinschaftsräumlichkeiten wie eine Sauna und ein Kinderspielraum untergebracht.

Der Name

Die Brünner Straße wurde 1736 aus wirtschaftlichen Gründen als Reichsstraße nach Mähren angelegt und lange Zeit als "Mährische Straße" oder "Floridsdorfer Hauptstraße" bezeichnet. Seit 1904 ist sie nach der mährischen Hauptstadt Brünn benannt.

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